Dienstag, 19. November 2019

Sparprogramm RWE verpflanzt IT-Jobs zur Telekom

Konzernzentrale in Essen: RWE will die Betriebskosten im IT-Bereich um gut ein Drittel senken

RWE spart: Deutschlands zweigrößter Energieversorger verlagert 150 IT-Jobs zur Telekom. Von dort aus sollen künftig 40.000 RWE-Arbeitsplätze betreut werden. Stellenstreichungen kündigt der Konzern ebenfalls an.

Düsseldorf/Frankfurt - Der angeschlagene Energiekonzern RWE treibt mit der Auslagerung von IT-Aufgaben den Stellenabbau voran. Die Telekom-Tochter T-Systems betreut ab Februar nächsten Jahres 40.000 PC-Arbeitsplätze von RWE in Europa, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten. Der Vertrag habe eine Laufzeit von fünf Jahren.

Rund 150 RWE-Beschäftigte wechseln dem Versorger zufolge zur Telekom. Weitere 160 Stellen würden abgebaut, etwa durch Altersteilzeit oder dem Ablauf befristeter Verträge. Durch die Auslagerung erhofft sich RWE eine Senkung der Betriebskosten in diesem Bereich um 30 Prozent.

Der Energiekonzern treibt derzeit den Abbau tausender Jobs voran. Insgesamt beschäftigt der Versorger rund 68.000 Mitarbeiter.

RWE Börsen-Chart zeigen steht wie auch Eon Börsen-Chart zeigen und weitere Versorger erheblich unter Druck. Der Konzern kämpft mit den gefallenen Großhandelspreisen für Strom, Überkapazitäten im europäischen Kraftwerksgeschäft und Schulden von über 35 Milliarden Euro.

Der Stellenabbau in der IT-Sparte ist Teil des Programms "RWE 2015", bei dem rund 2.400 Arbeitsplätze wegfallen, intern verlagert oder ausgelagert werden sollen. Diese Pläne kommen zu dem bereits im Jahr 2011 angekündigten Abbau von rund 8000 Jobs bis Ende 2014 hinzu.

Nach dem Aus von Atomkraftwerken wie Biblis und der Schließung weiterer Anlagen will Vorstandschef Peter Terium darüber hinaus im Zuge des Programms "RWE Neo" auch in der Kraftwerkssparte Personal einsparen. Dabei könnten 3000 Jobs wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach einer Vereinbarung bis Ende 2014 ausgeschlossen.

ts/rtr

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