Ifo-Umfrage Geschäftsklima für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen stürzt ab

Die Stimmung in den deutschen Kleinstunternehmen und bei Soloselbstständigen hat sich im September wegen der Energiekrise deutlich verschlechtert. "Der Pessimismus greift um sich", heißt es.
Soloselbstständige und Kleinstunternehmen: Das Barometer für das Geschäftsklima sank auf das Rekordtief von minus 20,9 Punkten

Soloselbstständige und Kleinstunternehmen: Das Barometer für das Geschäftsklima sank auf das Rekordtief von minus 20,9 Punkten

Foto: Roman Möbius / IMAGO

Auch bei Kleinstunternehmen und Soloselbstständigen macht sich die Energiekrise enorm bemerkbar. Das Barometer für das Geschäftsklima sank auf das Rekordtief von minus 20,9 Punkten, nach minus 12,8 im August, teilte das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner monatlichen Umfrage mit. "Die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen können sich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht entziehen", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Der Pessimismus greift um sich." Die befragten Unternehmen waren etwas weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen für die kommenden Monate fallen auf ein Rekordtief.

Die Dienstleister seien noch am wenigsten pessimistisch, so die Ifo-Forscher. Zudem konnten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch leicht gesteigert werden. Zugleich nahm die Unsicherheit unter den Soloselbstständigen und Kleinstbetrieben insgesamt zu und liegt nun ebenfalls auf einem Rekordniveau. "Die Unsicherheit erfasst Unternehmen aller Größenklassen ähnlich", sagte Wohlrabe. Etwa jeder zweite Unternehmer plant, die Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen.

Die hohen Energiepreise als Folge des Ukraine-Krieges treiben Deutschland nach Einschätzung der Bundesregierung in einer Rezession . In der Herbstprojektion der wirtschaftlichen Eckdaten gehe die Bundesregierung für 2023 nach vorläufigen Zahlen von einem Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent aus, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit den regierungsinternen Berechnungen vertrauten Personen.

Für das laufende Jahr werde die Wachstumserwartung voraussichtlich auf 1,4 Prozent zurückgenommen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (53) stellt die Herbstprojektion am kommenden Mittwoch vor.

sio/Reuters
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