Montag, 23. September 2019

Solar Roadways Amerikaner pflastern Straßen mit Solarzellen

Zukunftsvision: Grafik einer Kleinstadt in Idaho mit Solarstraßen
Solar Roadways
Zukunftsvision: Grafik einer Kleinstadt in Idaho mit Solarstraßen

Billige Solarzellen machen die nächste Zukunftstechnik möglich. Die US-Firma Solar Roadways entwickelt gläserne Fahrbahnen, die auch Schwerlaster aushalten. Straßen sollen sich selbst beleuchten, eisfrei halten, Strom liefern und vieles mehr.

Sagle (Idaho) - Die erste Fläche mit gläsernem Straßenbelag gibt es schon. Im Wald von Idaho im Nordwesten der USA haben die Unternehmer Julie und Scott Brusaw einen Parkplatz neben einem Container mit sechseckigen Scheiben belegt, die mit Solarzellen und LED-Leuchten bestückt sind. Das im März vorgestellte Vorhaben ist "Prototyp Phase II" ihrer Firma Solar Roadways. Doch die Pläne der Brusaws reichen weiter. Viel weiter.

Aktuell sammeln sie gerade per Crowdfunding Geld ein, um mit der Serienproduktion zu beginnen. "Wir müssen klein anfangen", verkündet Solar Roadways auf der Firmenwebsite. Doch "unser langfristiges Ziel ist, alle der Sonne ausgesetzten Beton- und Asphaltflächen mit Solarzellen zu pflastern".

Im von der US-Straßenbehörde begleiteten Versuch habe das mehrfach verstärkte Glas bereits bewiesen, auch schwere Lastwagen auszuhalten. Idaho ist nicht als Sonnenparadies bekannt, dafür aber ein ideales Testfeld für einen Nebeneffekt der Solar Roadways: Mit dem solar erzeugten Strom werden die Flächen beheizt und so von Schnee und Eis freigehalten.

Viel Raum für Fantasie lassen die in die Glaskacheln eingelassenen Leuchten. Die Fahrbahn kann je nach Bedarf markiert werden, Warnhinweise oder Tempolimits erscheinen lassen. Noch klingt die Vision verrückt. Doch dank des Preisverfalls für Solartechnik rückt sie ihrer Umsetzung näher.

Straßen als Ersatz für das Stromnetz? Laut Solar Roadways könnten die USA, wenn sie alle Highways auf diese Weise pflastern, ihren kompletten Energiebedarf dreimal decken. "Das wird unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aller Art beenden." Große Hoffnung setzen die Unternehmer in das Aufkommen von Elektroautos. Die könnten nicht nur an den als nächste Entwicklungsstufe geplanten solaren Parkplätzen Strom laden. Sogar während der Fahrt soll das möglich sein: Die Entwickler experimentieren mit Induktionstechnik, bei der die Fahrbahn selbst für den Antrieb sorgt.

Und was passiert, wenn eine Zelle doch mal bricht? "Ein Mann kann das in fünf Minuten reparieren", sagte Scott Brusaw dem Magazin "Fast Company". Die vernetzte Straße melde jeden Fehler mit genauer Ortsangabe sofort. "Vergleichen Sie das mal mit dem Ausbessern von Schlaglöchern."

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