Sonntag, 21. April 2019

Siemens-Rivale räumt Fehler offen ein Warum General Electric jetzt doch auf "Fantasietechnik" setzt

Helme für Besucher eines GE-Windparks

2. Teil: Monster-Windrad soll für GE die Wende bringen

General Electric holt nun weit aus, um den Platzhirschen gefährlich zu werden. Eine neue Monster-Turbine namens Haliade-X untermauert den Angriff. Das Ungetüm misst 260 Meter und reicht damit fast an den Eiffelturm heran. Jeder Flügel ist so lang wie ein Fußballfeld - 107 Meter.

Mit einer Leistung von zwölf Megawatt wäre sie die größte ihrer Art und könnte 45 Prozent mehr Strom erzeugen als das derzeit größte am Markt erhältliche Modell. Rechnerisch wäre Halidade-X in der Lage, den Strombedarf von 16.000 Haushalten zu decken. "Wir treiben damit die globale Energiewende voran", sagte Konzernchef John Flannery.

Windturbine Haliade-X von General Electric
General Electric
Windturbine Haliade-X von General Electric

GE ist dazu überhaupt nur in der Lage, weil der Konzern 2015 die Energiesparte von Alstom übernommen hat. Damals waren die Amerikaner vor allem auf die konventionelle Kraftwerkstechnik der Franzosen scharf. Doch während diese sich als teurer Patient erweist, steht der Beifang Windenergie nun als Hoffnungsträger da.

Die Chancen, dass GE die Strategie noch rechtzeig anpasst, stehen nicht unbedingt schlecht. Zuletzt haben Versorger große Windpark-Ausschreibungen gewonnen, bei denen sie keine Subventionen mehr verlangen. So setzte sich Vattenfall vergangene Woche in den Niederlanden durch.

Damit diese sich ohne Staatshilfen rechnen, sind neue, größere Anlagen als die bisher üblichen Sechs- bis Neun-Megawatt-Rotoren erforderlich. Bis zum Bau sind noch einige Jahre Zeit. General Electric hat also noch etwas Luft, den Markt mit der avisierten Wunderturbine aufzumischen und seinen Rückstand mit einem großen Wumms aufzuholen.

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