Problemtochter Siemens Energy setzt eigenen Vorstand an die Spitze von Gamesa

Siemens Energy zieht Konsequenzen aus der schwachen Entwicklung bei der Tochter Gamesa in Spanien und tauscht den Chef aus. Zudem sollen Windanlagen-Projekte in Südeuropa eventuell verkauft werden.
Die Tochter von Siemens Energy schwächelt: Der neue Chef Jochen Eickholt soll es richten

Die Tochter von Siemens Energy schwächelt: Der neue Chef Jochen Eickholt soll es richten

Foto: Siemens Gamesa

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy versucht mit einem erneuten Führungswechsel, die Probleme seiner spanischen Windenergietochter Siemens Gamesa in den Griff zu bekommen. Siemens-Energy-Vorstand Jochen Eickholt übernehme zum 1. März die Führung bei Gamesa, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Der 60-Jährige löst damit Andreas Nauen ab. Die Spanier hatten kürzlich zum dritten Mal innerhalb von neun Monaten Abstriche bei den Prognosen machen müssen. Siemens Energy hält zwei Drittel der Anteile an Siemens Gamesa.

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch bezeichnete Eickholt als ausgewiesenen Experten, wenn es um die Sanierung von Unternehmen in schwierigen Situationen gehe. "Ich möchte aber auch Andreas Nauen für sein Engagement und seine gute Arbeit bei SGRE danken – nicht nur während der letzten anderthalb Jahre, sondern auch für seine insgesamt über 20 Jahre im Siemens-Konzern."

Windanlagen in Südeuropa stehen zur Disposition

Gamesa ist immer mehr zum Bremsklotz geworden. Die Spanier fuhren zwischen Oktober und Dezember einen operativen Verlust von 309 Millionen Euro vor Sondereffekten ein, wie sie am Donnerstag bekannt gaben. Bruch fehlt bisher der Durchgriff auf Siemens Gamesa, weil das Unternehmen mit Sitz in Zamudio im Baskenland selbst an der Madrider Börse gelistet ist.

Siemens Gamesa teilte zudem mit, sich von seiner Windanlagen-Pipeline in Südeuropa trennen zu wollen. Das würde einen positiven Effekt auf die Ergebnisse haben. Zudem arbeite Gamesa an weiteren Maßnahmen, um den steigenden Kosten in der Lieferkette zu begegnen und die Personalkosten unter Kontrolle zu halten, hieß es.

cr/dpa-afx, Reuters