Verluste steigen Russland-Geschäft und Wind-Tochter belasten Siemens Energy

Siemens Energy ist im dritten Geschäftsquartal tiefer in die Verlustzone gerutscht. Einmal mehr belasten die Probleme der Windkrafttochter Siemens Gamesa das Ergebnis. Der Konzern erwartet nun auch für das Gesamtjahr einen Verlust.
"Die schlechte Leistung von Siemens Gamesa wirkt sich negativ auf unser Gesamtergebnis aus", sagt der Chef von Siemens Energy, Christian Bruch

"Die schlechte Leistung von Siemens Gamesa wirkt sich negativ auf unser Gesamtergebnis aus", sagt der Chef von Siemens Energy, Christian Bruch

Foto: IMAGO/Christoph Reichwein (crei) / IMAGO/Reichwein

Der zuletzt wegen der Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 im Rampenlicht des stehenden Energietechnikkonzerns Siemens Energy kämpft mit Verlusten. Ursache waren erneut Einbußen bei der spanischen Windenergietochter Siemens Gamesa, aber auch Belastungen aus der Restrukturierung der Geschäfte in Russland. Der Konzern hatte nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sein Russlandgeschäft auf den Prüfstand gestellt.

Der zuletzt wegen der Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 im Rampenlicht stehende Energietechnikkonzern Siemens Energy kämpft mit Verlusten. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2021/2022 habe der Konzern einen Verlust nach Steuern von 533 Millionen Euro eingefahren, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im Vorjahreszeitraum stand ein Fehlbetrag von 307 Millionen Euro in den Büchern. Ursache waren erneut Einbußen bei der spanischen Windenergietochter Siemens Gamesa, aber auch Belastungen aus der Restrukturierung der Geschäfte in Russland. Der Konzern hatte nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sein Russland-Geschäft auf den Prüfstand gestellt.

Im Gesamtjahr erwartet Siemens Energy nun einen Verlust nach Steuern, der das Vorjahresniveau von minus 560 Millionen Euro etwa in Höhe der Belastungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Russland-Geschäfts übersteigt. Vor allem im Zusammenhang mit dieser Restrukturierung hätten sich die Sondereffekte im Quartal auf minus 298 Millionen Euro belaufen.

"Die schlechte Leistung von Siemens Gamesa wirkt sich negativ auf unser Gesamtergebnis aus. Wir erwarten vom Management von Siemens Gamesa nun die konsequente Umsetzung des Sanierungsplans", betonte der Chef von Siemens Energy, Christian Bruch (52).

Restrukturierung der Russland-Aktivitäten kosten zunächst 200 Millionen

Siemens Energy habe im abgelaufenen Quartal mit der Restrukturierung seiner Geschäftsaktivitäten in Russland begonnen, teilte das Unternehmen mit. Dies habe das Ergebnis der Sparte Gas and Power mit 200 Millionen Euro belastet, die als Sondereffekt ausgewiesen worden seien. Siemens Energy erwarte, dass diese Restrukturierungsmaßnahmen zum Ende dieses Geschäftsjahres abgeschlossen seien und keine weiteren wesentlichen finanziellen Auswirkungen hätten.

Das angepasste Ebita vor Sondereffekten belief sich im Quartal im Gesamtkonzern auf minus 131 Millionen Euro nach einem Gewinn von 54 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das klassische Geschäft Gas and Power blieb fast stabil, während die spanische Tochter weiter abrutschte.

Siemens Gamesa hatte bereits in der vergangenen Woche Zahlen vorgelegt und angekündigt, auch 2023 keinen Gewinn zu erzielen. Siemens Energy hat ein Angebot von gut vier Milliarden Euro für die verbliebenen 33 Prozent an Siemens Gamesa vorgelegt und will die Tochter von der Börse nehmen, um besser durchgreifen zu können.

sio/dpa/AFX/Reuters
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