Raffineriemargen fast verdreifacht Shell nimmt milliardenschwere Abschreibungen zurück

Shell korrigiert den Wert von Öl- und Gasanlagen nach oben. Die hohen Energiepreise haben dem britischen Energiekonzern hohe Raffineriemargen beschert. Abschreibungen in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar macht der Konzern darum rückgängig.
Rückenwind für das Raffineriegeschäft: Die hohen Öl- und Spritpreise haben die Raffineriemargen von Shell fast verdreifacht

Rückenwind für das Raffineriegeschäft: Die hohen Öl- und Spritpreise haben die Raffineriemargen von Shell fast verdreifacht

Foto: Christoph Hardt / imago images/Future Image

Die hohen Energiepreise lassen bei Shell die Kassen klingeln. Im zweiten Quartal haben die Öl- und Spritpreise dem Raffineriegeschäft des Unternehmens massiv Rückenwind beschert und die Raffineriemargen fast verdreifacht. Der britische Ölkonzern macht angesichts dessen seine milliardenschwere Abschreibung auf Öl- und Gasanlagen rückgängig, wie Shell am Donnerstag mitteilte. Die Aktie  legte an der Londoner Börse mehr als 2 Prozent zu.

In einem am Donnerstag veröffentlichten Vorbericht bezifferte der Ölmulti den positiven Effekt aus den gestiegenen Raffineriemargen auf 0,8 bis 1,2 Milliarden US-Dollar. Die indikative Raffineriemarge habe dabei im vergangenen Jahresviertel bei 28,04 Dollar je Barrel gelegen, was nahezu eine Verdreifachung im Vergleich zum im Vorquartal erzielten Wert von 10,23 Dollar bedeutet. Gleichzeitig hätten sich jedoch Resultate im Chemiegeschäft verschlechtert, hieß es vom Konzern weiter. Die Einnahmen aus dem Handel mit Öl und raffinierten Produkten seien stark, allerdings niedriger als im ersten Quartal.

Shell hatte zum Jahresstart wegen der gestiegenen Ölpreise mit 7,1 Milliarden Dollar einen Gewinnzuwachs von einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Im zweiten Quartal blieben die Ölpreise hoch und die Benzinpreise schnellten in vielen Ländern weiter nach oben. Vor diesem Hintergrund mehrten sich zuletzt die Forderungen, Ölkonzerne mit einer Sondersteuer auf sogenannte Übergewinne zu belegen. Allerdings sind solche Extra-Gewinne durch außergewöhnliche Umstände schwer zu bemessen.

Die grüne Transformation des Öl- und Gaskonzerns fällt angesichts der Einnahmen derzeit schwer. Das alte Geschäft funktioniert einfach zu gut .

Da der britische Energieriese inzwischen seine langfristigen Annahmen zur Ölpreisentwicklung überarbeitet hat, kann der Konzern auch frühere Wertberichtigungen rückgängig machen. Für das zweite Quartal soll diese Wertaufholung voraussichtlich bei 3,5 bis 4,5 Milliarden Dollar nach Steuern liegen. Das dürfte sich entsprechend positiv im Ergebnis bemerkbar machen.

Shell erklärte zudem, sein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal abgeschlossen zu haben.

dri/Reuters, dpa-afxp
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