Sonntag, 16. Juni 2019

Nach der Senvion-Insolvenz Was von der deutschen Windkraftindustrie bleibt

Offshore-Windpark "Nordsee 1"

5. Teil: Siemens Gamesa - die Möchtegern-Nummer eins

Siemens-Gamesa-Zentrale in Zamudio bei Bilbao

Wie Nordex hat sich auch die Windkraftsparte von Siemens einen spanischen Partner gesucht - aber unter umgekehrten Vorzeichen: Die offizielle Zentrale von Siemens Gamesa sitzt im baskischen Zamudio, aber das Management ist deutsch unter der Führung des Siemensianers Markus Tacke und der Mutterkonzern Siemens Börsen-Chart zeigen hält 57 Prozent der Anteile.

Das Unternehmen erhebt offiziell den Anspruch "als unbestrittener Führer der Erneuerbare-Energien-Branche". Im Windkraft-Ranking reichte es 2017 vorübergehend schon einmal für Platz eins, im jüngsten Einbruch fiel Siemens Gamesa jedoch wieder hinter den traditionellen Branchenführer Vestas Börsen-Chart zeigen aus Dänemark und die Chinesen von Goldwind zurück; wenn man nur Onshore-Anlagen zählt, sogar hinter die heftig kriselnden amerikanischen Rivalen von General Electric Börsen-Chart zeigen.

Im Geschäftsjahr 2018 blieb von 10 Milliarden Euro Umsatz gerade noch ein Reingewinn von 70 Millionen Euro übrig - immerhin. Die harte Sanierung mit dem Abbau tausender Stellen hat Siemens frühzeitig begonnen. Einer der "großen Vier", die nach Bloomberg-Schätzung das Schicksal der Branche unter sich ausmachen, ist Siemens auf jeden Fall.

Im Offshore-Geschäft führt der Konzern sogar mit Abstand. Das ist zwar weiterhin eine Nische im Vergleich zu den Windrädern an Land, gilt aber nach milliardenteuren Anlaufproblemen inzwischen als lukrativ. Und sogar als kleine Hoffnung für den Standort D: In Cuxhaven feierte Siemens im vergangenen Sommer die erste Eröffnung einer neu gebauten Fabrik seit 20 Jahren.

mit Material von dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung