Freitag, 18. Oktober 2019

Nach der Senvion-Insolvenz Was von der deutschen Windkraftindustrie bleibt

Offshore-Windpark "Nordsee 1"

4. Teil: Enercon verschroben wie immer

Enercon-Gründer Aloys Wobben (Archivbild von 2008)

Aloys Wobben (67) würde Enercon wohl nie verkaufen. Der deutsche Marktführer ist das Lebenswerk des Milliardärs aus Aurich, der stets alles anders machte als die anderen. Die getriebelosen (und damit pflegeleichten) Turbinen begründeten den Ruf der Firma, die bis heute mit 35 Prozent der installierten Windräder den deutschen Onshore-Markt dominiert. Nur dumm, dass dieser Markt sich fast halbiert.

Offshore, China - von all den großen Trends haben sich Wobben und seine Nachfolger in der verschwiegenen Firma stets ferngehalten. Manchmal schienen ihnen die aus dem Ruder laufenden Kosten und plötzlichen Markteinbrüche der Konkurrenz Recht zu geben. Jetzt aber ist Enercons eigenes Kerngeschäft im Zentrum der Krise.

Im vergangenen Jahr schreckte das Unternehmen mit einem Abbau von mehr als 800 Stellen auf - und wollte dann weder mit der Gewerkschaft noch mit der niedersächsischen Landesregierung reden. Sogar ein Rettungsgespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ließ Enercon platzen. Geschäftszahlen veröffentlichen die Ostfriesen nicht. Allzu gut dürften die aber nicht aussehen.

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