Sonntag, 16. Juni 2019

Nach der Senvion-Insolvenz Was von der deutschen Windkraftindustrie bleibt

Offshore-Windpark "Nordsee 1"

3. Teil: Nordex hält sich mit spanischer Hilfe

Produktion von Rotornaben im Rostocker Nordex-Werk

Auch Nordex Börsen-Chart zeigen sitzt in der einstigen Windkraft-Metropole Hamburg. Das Herz des Unternehmens jedoch schlägt in Rostock. Das dortige Werk mit mehr als 1000 Beschäftigten ist eines der wenigen verbliebenen industriellen Zentren in Mecklenburg-Vorpommern - und mit Abstand das größte.

Dank der 2016 übernommenen Windkraftaktivitäten des spanischen Baukonzerns Acciona Börsen-Chart zeigen ist Nordex heute weniger abhängig von Europa. Der wachsende amerikanische Markt, vor allem in Lateinamerika, überholte im vergangenen Jahr den Heimatmarkt an Bedeutung. Trotzdem brach die installierte Leistung von mehr als drei Gigawatt auf 2,45 Gigawatt ein. Im laufenden Jahr verspricht der spanische Nordex-Chef José Luis Blanco aber einen deutlichen Sprung auf 3,2 bis 3,5 Gigawatt. Die zuvor nach unten geprügelte Aktie hat seit Jahresbeginn ihren Wert fast verdoppelt.

Der Preis für die Rettung mit spanischer Hilfe ist jedoch der Verlust des deutschen Ankeraktionärs, der noch eine gewisse Standortgarantie vermittelte: Die Holding Skion der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten und ihres inzwischen geschiedenen Ehemanns Jan hat ihre Beteiligung auf gut 5 Prozent reduziert. Jan Klatten sitzt noch im Aufsichtsrat. Analysten spekulieren immer wieder, Acciona könne Nordex zum Verkauf anbieten.

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