Freitag, 19. April 2019

Nach der Senvion-Insolvenz Was von der deutschen Windkraftindustrie bleibt

2. Teil: Senvion als erstes Opfer

Senvion-Turbinen im Offshore-Windpark "Nordsee 1"

Besonders hart trifft es Senvion. Das Unternehmen - einst vom früheren SPD-Umweltpolitiker und späteren RWE-Manager Fritz Vahrenholt aus mehreren norddeutschen Pionierfirmen unter dem Namen Repower geschmiedet - ist nach Jahren unter dem indischen Wettbewerber Suzlon geschwächt, auch die Rückkehr an die deutsche Börse mit Kapital des US-Finanzinvestors Centerbridge brachte wenig.

Der frühere Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger drückte zwar mit rabiatem Kahlschlag die Kosten, gab im vergangenen Mai jedoch auf. Ziel erreicht, hieß es offiziell. Der aktuelle CEO Yves Rannou ist jedoch schon sein Nachnachfolger.

Dabei hatte sich Senvion erst im August über eine Kapitalerhöhung mehr als 62 Millionen Euro beschafft, die hauptsächlich von Mehrheitsaktionär Centerbridge gezeichnet wurde. Doch reichte dies nicht aus. Nach Informationen aus dem Unternehmen fehlen Senvion rund 100 Millionen Euro, um die Geschäfte weiterzuführen. Der US-Fonds Centerbridge hat dem Unternehmen den Angaben zufolge damit in den vergangenen neun Monaten 82 Millionen Euro bereitgestellt. An der Börse jedoch ist die Aktie nahezu wertlos.

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