Sonntag, 26. Mai 2019

Insolventer Windanlagenbauer Senvion erhält Kredite, Aktie schießt nach oben

Senvion-Windpark in der Nordsee: Das Unternehmen hat 100 Millionen Euro an Krediten erhalten

Der angeschlagene Windradhersteller Senvion hat sich nach eigenen Angaben einen dringend benötigten Geldbetrag zur Fortsetzung des Betriebs sichern können. Senvion habe einen verbindlichen Kreditvertrag über 100 Millionen Euro "mit seinen Kreditgebern und wesentlichen Anleihegläubigern" unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Kredit mit einer Laufzeit von 12 Monaten ermögliche "die Fortführung der Geschäftstätigkeit".

Senvion hatte vergangene Woche für die beiden deutschen Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen benötigt frisches Kapital, das jedoch bislang nicht zu akzeptablen Bedingungen zu erhalten gewesen war.

Der nun erzielte Kredit habe sämtliche erforderlichen Gremienzustimmungen erhalten, hieß es von Senvion. Er ermögliche die Fortsetzung des zum Jahresanfang begonnenen Transformationsprozesses.

Aktie schießt in die Höhe

Die Aktie des Unternehmens schossen nach Bekanntwerden der Nachricht raketenartig nach oben. Binnen eines Handelstags legte der Kurs rund 80 Prozent zu. Am Morgen notierte die Aktie bei 1,35 Euro, zuvor war sie bis auf 0,43 Euro gesunken.

Der Windradhersteller beschäftigt weltweit rund 4000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Senvion hat bereits seit mehreren Jahren keine Gewinne erwirtschaftet. Verantwortlich dafür waren wohl nach Stimmen aus der Branche auch operative Mängel des Unternehmens. Windkraftwerke wurden nicht pünktlich abgeliefert und kamen nicht ins Laufen, was wiederum zu Strafzahlungen führte.


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Die Gewerkschaft IG Metall Küste und die Betriebsräte wollen erreichen, dass die Senvion-Arbeitsplätze in Deutschland sowie das Unternehmen als Ganzes mit allen Standorten erhalten bleiben.

mg/dpa-afx

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