Fotostrecke

Ölriese Saudi Aramco: Sieben verblüffende Zahlen zum größten Öl-Konzern der Welt

Foto: epa Jamal Nasrallah/ picture-alliance/ dpa

Saudi Aramco Das Unternehmen, das (angeblich) 2,5 Billionen Dollar wert ist

Fotostrecke

Ölriese Saudi Aramco: Sieben verblüffende Zahlen zum größten Öl-Konzern der Welt

Foto: epa Jamal Nasrallah/ picture-alliance/ dpa

Es soll nicht weniger als der mit weitem Abstand größte Börsengang aller Zeiten werden. Wenn Saudi-Arabien wie geplant 2017 oder 2018 Teile der staatlichen Ölfirma Saudi Aramco aufs Parkett bringt, handelt es sich um ein Unternehmen, dessen Wert nach eigenen Angaben 2,5 Billionen Dollar beträgt.

2,5 Billionen Dollar, kann das sein? Zwar ist der Rohstoffriese erwiesenermaßen der weltweit größte Öl- und Gaskonzern. Doch bis heute geben sich die Manager geheimniskrämerisch bei der Frage, wie es wirklich um das Unternehmen steht. Und so wachsen Zweifel an der gigantischen Summe, mit der die saudi-arabische Staatsführung derzeit hausiert.

Wird doch der stärkste private Rivale Exxon Mobil  an der Börse lediglich mit 370 Milliarden Dollar bewertet. Dabei fördern die Texaner immerhin rund ein Drittel der Öl- und Gasmenge wie die Araber - und schaffen beim Umsatz mehr als die Hälfte.

Wünsche der Regierung nerven möglicherweise Investoren

Zwar dürfte der Gewinn von Saudi Aramco potenziell märchenhaft sein. Verfügen die Araber doch nicht nur über die größten Ölfelder (wie Ghawar, die größte Förderstätte der Welt), sondern auch die mit extrem geringen Förderkosten.

Doch auf der anderen Seite berechnen Investoren bei Staatskonzernen immer wieder einen Abschlag, der mögliche, den Gewinn beeinträchtigende Interventionen der Regierung reflektiert. So hat Russland beim Börsengang des Ölkonzerns Rosneft deutlich weniger Geld eingenommen als gewünscht.

Ölexperte setzt Unternehmenswert deutlich niedriger an

Fotostrecke

Dagegen sind Exxon und Co. Zwerge: Diese Ölmultis sind Billionen Dollar wert - und doch verwundbar

Foto: © Ali Jarekji / Reuters/ REUTERS

Saudi Aramco dient der Führung in Riad bisher als zuverlässiger Sponsor staatlicher Aktivitäten und Wohltaten aller Art. Kaum vorstellbar, dass neue Anteilseigner beispielsweise Kriege oder den Sozialstaat mitfinanzieren wollen.

Auf gerade 250 bis 400 Milliarden Dollar taxiert daher Ölexperte Robin Mills von Qamar Energy den Wert von Saudi Aramco, berichtet der "Daily Telegraph" . Dies vor allem, weil der Konzern eine Förderabgabe von 20 Prozent und Steuern in Höhe von 85 Prozent zahlen muss. Saudi-Arabien stellt nun vage Sonderregeln für Dividenden in Aussicht, die Investoren beruhigen sollen.

Potenzielle Käufer müssen Geld zusammenhalten

Auf diese ist das Königreich nämlich dringend angewiesen. Einerseits braucht Saudi-Arabien frisches Geld aus einem Börsengang, weil der niedrige Ölpreis den Staatshaushalt tief in die roten Zahlen gezogen hat. Zudem sind die Araber auf technisches Know-how angewiesen, um endlich die Gasreserven des Landes zu erschließen.

Schließlich will das Königreich sich wirtschaftlich reformieren. Weg vom Öl heißt die Devise. Stattdessen sollen anderen Industrien und erneuerbare Energien gestärkt werden.

Potenzielle Anteilskäufer wie Exxon Mobil, Sinopec und andere Rohstoffkonzerne haben derweil allerdings selbst mit dem immer noch vergleichsweise niedrigen Ölpreis zu kämpfen. Unklar ist daher nicht nur wie attraktiv die von Saudi-Arabien angebotenen Anteile wirklich sind, sondern auch wie stark die Nachfrage nach ihnen überhaupt ist. Denn auch diese bestimmt ja bekanntlich den Preis.