Samstag, 19. Oktober 2019

Folgen des Anschlags - Öllieferungen verspätet Ölkonzern Saudi Aramco stellt Kunden auf Verzögerungen ein

Öltank von Saudi Aramco: Der weltgrößte Ölproduzent bittet nach dem Drohnen-Angriff einige Kunden um Geduld

Die Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien scheinen erste Folgen für das Rohölangebot des Königreichs zu haben. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco habe einige Kunden informiert, dass für Anfang Oktober geplante Öllieferungen zu einem späteren Zeitpunkt im selben Monat erfolgten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag mit Bezug auf informierte Kreise. Allerdings würden die Kunden nach wie vor die vereinbarten Mengen erhalten.

Bei den Verzögerungen handele es sich zum Teil um einige Tage, zum Teil aber auch um einige Wochen, so Bloomberg. Saudi Aramco hat sich bisher eher bedeckt gehalten, was die konkreten Folgen des Drohenangriffs für sein Ölangebot angeht. Der Staatskonzern habe Kunden aber bereits mitgeteilt, dass möglicherweise andere Ölsorten angeliefert würden. Konkret könnte leichteres durch schwereres Rohöl ersetzt werden, hieß es seitens der Quellen.

Die Drohnenangriffe hatten Saudi-Arabiens größte Produktionsanlage getroffen und am weltweiten Rohölmarkt zu stark steigenden Preisen geführt. Durch den Angriff wurde Produktionskapazität von 5,7 Millionen Barrel (159 Liter) je Tag oder fünf Prozent des weltweiten Angebots vom Markt genommen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs sprach von einer "historischen Störung" in der weltweiten Ölversorgung. Sollte Saudi Aramco nicht binnen weniger Wochen wieder die gewohnten Mengen liefern können, erwartet Goldman Sachs einen Anstieg des Ölpreises auf bis zu 75 Dollar je Barrel.

la/dpa/afx

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