Samstag, 24. August 2019

Saudi Aramco schließt Deal mit Mukesh Ambani Die saudi-indische Giga-Allianz - Aramco wird Global Player

Reliance-Raffinerie in Jamnagar, Indien (undatiertes Archivbild)
AFP PHOTO/HO/RELIANCE INDUSTRIES
Reliance-Raffinerie in Jamnagar, Indien (undatiertes Archivbild)

Es ist ein Deal der Superlative: Die Firma mit dem weltweit höchsten Gewinn (nebenbei auch der größte Öllieferant) trifft auf den reichsten Mann Asiens, dem die größte Raffinerie des Globus gehört - und heraus kommt die größte ausländische Direktinvestition, die Indien je gesehen hat. Der Deal gehört zum Auftakt für den größten Börsengang der Weltgeschichte.

Bei dem Gewinnweltmeister handelt es sich um den saudi-arabischen Staatskonzern Saudi Aramco. An diesem Status haben auch die am Montag veröffentlichten Halbjahreszahlen nichts geändert: Wegen niedrigerer Ölpreise Börsen-Chart zeigen wies Aramco für die erste Jahreshälfte einen um 12 Prozent auf 46,9 Milliarden Dollar gesunkenen Gewinn aus - immer noch mehr als doppelt so viel wie Apple Börsen-Chart zeigen, bisher das Maß der Dinge unter den börsennotierten Konzernen.

Um sich selbst für die Börse fein zu machen, feilt Aramco eifrig an seiner Story. "Wir maximieren die Profitabilität aus jedem Molekül, das wir produzieren", prahlt Konzernchef Amin Nasser. Außerdem wachse sein Unternehmen durch Zukäufe wie die Mehrheit am saudischen (ebenfalls staatlichen) Chemiekonzern Sabic - und nicht zuletzt auch international. Denn ein Global Player, das war die in der verschlossenen Welt des Königreichs Saudi-Arabien agierende Aramco trotz aller Größe bisher nicht.

Mit dem indischen Multimilliardär Mukesh Ambani (62) hat sich Nasser nun darauf geeinigt, 20 Prozent der Raffinerie- und Petrochemiesparte von dessen Mischkonzern Reliance Industries zu übernehmen. Laut Ambani wird das Unternehmen dabei mit 75 Milliarden Dollar einschließlich Schulden bewertet. Zu dem Deal gehöre auch ein fester Liefervertrag über eine halbe Million Fass Rohöl pro Tag aus Saudi-Arabien für die riesige Reliance-Raffinerie in Jamnagar an der indischen Westküste.

"Wir haben unsere zwei Jahrzehnte zurückreichende Beziehung, auf der Basis gegenseitigen Vertrauens, in eine Partnerschaft für potenzielles Wachstum über viele Jahre umgewandelt", schwärmte Ambani am Montag auf der Reliance-Hauptversammlung.

Der Gewinn des Mischkonzerns, der Ambani laut "Forbes" 46 Milliarden Dollar Nettovermögen beschert hat, beruht vor allem auf der Weiterverarbeitung saudi-arabischen Öls. Die Saudis wiederum sind vom asiatischen Absatzmarkt abhängig. Der nun geschlossene Liefervertrag für Reliance macht alleine schon 5 Prozent der gesamten Aramco-Förderung aus.

Die Verbindung ist also logisch: Die Saudis können ihre Börsenträume über alle Hindernisse hinweg weiterverfolgen, und Ambani bekommt freie Mittel für seine Ambitionen jenseits der Ölwelt. Bedingung für den Erfolg ist allerdings, dass der Handel über die umkämpfte Seestraße von Hormus frei bleibt.


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