Freitag, 13. Dezember 2019

Braunkohletagebau RWE dementiert vorzeitiges Aus für Garzweiler

Braunkohlebagger: Laut "SZ" könnte der Tagebau Garzweiler 2017/18 geschlossen werden

RWE-Chef Peter Terium hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach der Braunkohletagebau Garzweiler bereits 2017/18 geschlossen werden könnte. Dafür will Deutschlands zweitgrößter Energieversorger im Vertrieb sparen.

Frankfurt am Main/Düsseldorf - Der Energiekonzern RWE hat Spekulationen über ein vorzeitiges Aus für seinen umstrittenen Braunkohletagebau in Nordrhein-Westfalen zurückgewiesen. "RWE hält an seinen bisherigen Planungen zur Fortführung des Tagebaus Garzweiler II unverändert fest", erklärte Vorstandschef Peter Terium. Die Braunkohle sei ein wichtiger Teil der Stromerzeugung des Konzerns.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, RWE werde womöglich den Tagebau in Garzweiler 2017/18 beenden. Das Bergwerk könnte noch so lange betrieben werden, bis die Kohle in den Regionen gefördert ist, aus denen die Anwohner dem Abbau bereits weichen mussten.

Laut Bericht prüfe RWE, den Abriss weiterer Orte und neue Investitionen in den Ausbau des Reviers zu stoppen. Nach bisheriger Planung sollen bis 2045 für den Tagebau Garzweiler II weitere 7000 Menschen umgesiedelt werden, damit auf einer Fläche von 48 Quadratkilometern rund 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle abgebaut werden können.

Aktie dreht ins Plus

Das wachsende Angebot von Wind- und Solarenergie lässt die Preise an den Strombörsen so stark fallen, dass Kraftwerke immer seltener am Netz sind.

Die Aktie von RWE Börsen-Chart zeigen schwankte auf Grund der Nachrichtenlage stark. Am Morgen notierte die Aktie zunächst knapp zwei Prozent im Minus. Nachdem der Konzern das Aus für Garzweiler jedoch dementiert hatte, drehte das Papier in die Gewinnzone und notierte zuletzt 1,8 Prozent im Plus.

Vor allem für Nordrhein-Westfalen ist die Braunkohle ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. An ihr hängen laut Experten im Umfeld der Tagebaue und Kraftwerke etwa 35.000 Jobs in NRW.

Die Gewerkschaft Verdi warnte vor dem Verlust Tausender Stellen. "Es muss gelingen, die Braunkohle in die Energiewende einzubauen, sonst sieht es hier düster aus", warnte der Verdi-Funktionär und RWE-Aufsichtsrat Hans-Peter Lafos in der "SZ".

Das Bundesverfassungsgericht prüft seit Anfang Juni, ob die Zwangsenteignungen für deutsche Tagebaue rechtens sind. Viele Experten rechnen laut "SZ" damit, dass Kohlekraftwerke bei einer Neujustierung der Energiewende durch die künftige Bundesregierung angesichts dieser Probleme keine führende Rolle spielen werden.

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