Mittwoch, 20. November 2019

Verkaufsabsichten RWE-Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren?

RWE-Kohlekraftwerk: Die Konzernspitze erwägt offenbar, sich von Kohlkraftwerke zu trennen

Der RWE-Konzern erwägt, unrentable Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu verkaufen. Angesichts des widrigen politischen und wirtschaftlichen Umfelds dürfte es aber sehr schwer sein, einen Käufer zu finden.

Berlin - Der Energiekonzern RWE will sich einem Medienbericht zufolge von unrentablen Kohlekraftwerken trennen. "RWE beschäftigt sich mit dem Gedanken, einzelne Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu veräußern, um Geld in die Kasse zu bekommen", zitiert die "Wirtschaftswoche" einen RWE-Insider. Die Erlöse wolle das Unternehmen auch zum Schuldenabbau verwenden.

Auch am Frankfurter Finanzplatz ist dem Magazin zufolge von RWE-Sondierungsgesprächen mit Finanzinvestoren die Rede. Offen sei allerdings, welche Investoren bereit seien, angesichts der Marktaussichten in das Geschäft mit Kohlekraftwerken einzusteigen.

Deutschlands zweitgrößter Energieversorger hatte wegen der stark gefallenen Stromgroßhandelspreise bereits angekündigt, eine Reihe von Kraftwerken abzuschalten - wie es unter anderem auch der heimische Branchenführer Eon plant.

RWE-Chef Terium wettert gegen Energiepolitik der Bundesregierung

RWE drücken Schulden in Höhe von 35 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund soll zum einen die Dividende halbiert werden. Vorstandschef Peter Terium deutete zudem an, Stellen abzubauen und in Niedriglohnländer auszulagern.

Der "Welt" sagte der Manager: "Wir werden künftig mit weniger Mitarbeitern auskommen müssen." Auf eine Zahl wolle er sich aber nicht festlegen. Medienberichten zufolge will RWE Börsen-Chart zeigen 3000 Jobs streichen. Branchenkreisen zufolge will Terium außerdem eine dreijährige Nullrunde bei Löhnen und Gehältern.

Terium kritisierte erneut die Energiepolitik der Bundesregierung. Es werde sich "nicht mehr lange halten lassen", den Netzbetreibern vorzuschreiben, Reservekraftwerke für den Winter anzumieten, statt einen Markt für Reservekapazitäten zu schaffen. Die Bundesnetzagentur verbiete es den Energieunternehmen, Kraftwerke abzustellen, obwohl der Betrieb wirtschaftlich keinen Sinn mehr mache. "Dafür bekommen wir eine Vergütung, die nicht einmal die Kosten deckt. Manche in der Politik scheinen vergessen zu haben, dass es nicht der Sinn eines Unternehmens ist, kein Geld zu verdienen."

rei/rtr/dpa

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