Eckdaten für 2022 RWE übertrifft eigene Prognose

Der Stromproduzent RWE hat im vergangenen Jahr spürbar von der Energiekrise in Deutschland profitiert. Der von Markus Krebber geführte Konzern übertraf sogar die eigenen Erwartungen.
Blickt auf ein gutes Jahr zurück: Der von Markus Krebber geführte RWE-Konzern konnte den Nettogewinn im vergangenen Jahr verdoppeln

Blickt auf ein gutes Jahr zurück: Der von Markus Krebber geführte RWE-Konzern konnte den Nettogewinn im vergangenen Jahr verdoppeln

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Der Energieversorger RWE hat im vergangenen Jahr wegen der deutlich gestiegenen Strompreise seine Prognose übertroffen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei vorläufigen Zahlen zufolge auf 6,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte RWE am Mittwoch überraschend mit. Das Ergebnis lag damit deutlich über den bisher erwarteten 5,0 bis 5,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 hatte RWE 3,6 Milliarden Euro eingefahren. Der Aktienkurs  legte nach der Meldung zeitweise um 2,8 Prozent zu.

Das bereinigte Nettoergebnis für 2022 werde den vorläufigen Zahlen zufolge voraussichtlich 3,2 Milliarden Euro betragen. Bisher hatte RWE-Chef Markus Krebber (49) mit 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro Jahresgewinn gerechnet. Ein Jahr zuvor lag das Ergebnis bei knapp 1,6 Milliarden Euro. Das Dividendenziel für das Geschäftsjahr 2022 bleibe unverändert bei 0,90 Euro je Aktie, hieß es. Das Management hatte seine Prognose vergangenes Jahr bereits zweimal nach oben gesetzt. Die endgültigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2022 sollen am 21. März vorgestellt werden.

RWE habe unter anderem vom vermehrten Einsatz seiner Kraftwerke, dem Ausbau von Wind- und Solaranlagen und dem Handelsgeschäft profitiert, teilte der Stromerzeuger weiter mit. Das deutsche Kohle- und Kernenergiegeschäft werde dagegen voraussichtlich geringere Ergebnisbeiträge zum Geschäftsergebnis 2022 gegenüber 2021 liefern.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine waren in Deutschland die Energiepreise in die Höhe geschossen. Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Quellen produzieren, profitierten stark. Denn der Strompreis wird durch das teuerste eingeschaltete Kraftwerk bestimmt, das zur Produktion benötigt wird. Wegen des Gasmangels mussten teure Gaskraftwerke genutzt werden, um die Nachfrage zu decken – und der Preis richtet sich nach ihnen.

Die Bundesregierung hat deshalb eine Strompreisbremse eingeführt, mit deren Hilfe sogenannte Übergewinne von Stromerzeugern abgeschöpft werden sollen, um die Entlastung für die Verbraucherinnen und Verbraucher gegenzufinanzieren. Jeder Erzeugungsart wie Wind-, Solar, Braunkohle- oder Atomenergie wird ein bestimmter Erlös als Basis zugebilligt. Was darüber erzielt wird, soll zu 90 Prozent abgeschöpft werden.

Doch die Politik weiß auch: Ohne RWE-Chef Krebber geht in Zeiten von Energiekrise und -wende so gut wie gar nichts – und bemüht sich daher um eine gute Zusammenarbeit .

mg/AFP, Reuters
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