Freitag, 6. Dezember 2019

Krisenvorsorge RWE will Schuldenstand senken

RWE: Vorsorge über alles

Dividendenkürzungen und ein verschärftes Sparprogramm; der Energieversorger RWE bietet seinen Aktionären schale Kost. Prompt sackt der Börsenkurs des Unternehmens in die Knie.

Essen - Der zweitgrößte deutsche Versorger RWE Börsen-Chart zeigen bereitet sich angesichts der Energiewende auf massive Gewinneinbrüche vor. Der Konzern kürzt die Dividende für die Aktionäre drastisch und verschärft sein Sparprogramm, wie das Unternehmen am Donnerstagabend nach der Sitzung des Aufsichtsrats mitteilte. Die Kontrolleure stimmten dem Vorschlag des Vorstands zu, für das laufende Jahr nur noch einen Euro je Aktie als Gewinnbeteiligung zu zahlen. Damit wird die Ausschüttung halbiert. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass uns schwere Zeiten bevorstehen", sagte Vorstandschef Peter Terium. "Das müssen wir auch bei der Dividendenpolitik berücksichtigen."

Harte Einschnitte drohen auch den Beschäftigten. Der Konzern kündigte an, seine Sparanstrengungen verstärken zu wollen. In Medienberichten war zuletzt die Rede davon, dass nun der Rotstift in der Kraftwerkssparte angesetzt werde. 3000 Stellen sollen demnach dort wegfallen. Der Konzern wollte das bislang nicht konkret kommentieren. Bei RWE läuft bereits ein Sparprogramm, dass die Zahl der Mitarbeiter um 10.500 senken soll. Davon blieb die Kraftwerksparte bislang weitgehend verschont. Neben den Stellenstreichungen drohen den Beschäftigten auch mehrere Nullrunden beim Gehalt. Die Gewerkschaft IG BCE kündigte bereits Widerstand an. RWE beschäftigte Ende Juni 68.600 Menschen, knapp 2000 weniger als ein Jahr zuvor.

Kursrutsch gegenüber Dax

An der Börse sackte der Kurs der RWE-Aktie am Freitagvormittag um gut zwei Prozent ab, während der Dax nur leicht verlor. Händler hatten mit einer Kürzung der Dividende schon gerechnet, zeigten sich über das Ausmaß aber negativ überrascht.

Auch beim Management kündigte RWE Einsparungen an. "Alle im Unternehmen werden ihren Beitrag zur langfristigen Sicherung der Finanzkraft leisten - und keineswegs nur die Eigentümer", ließ sich Vorstandschef Terium in der Mitteilung zitieren. Über die konkreten Schritte wie etwa auch Kürzungen von Investitionen will RWE am 14. November informieren, wenn der Konzern auch die Bilanz für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres vorlegt.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung