Mittwoch, 19. Juni 2019

RWE-Tochter Innogy gibt auf und stimmt Zerschlagung zu

Innogy-Chef Uwe Tigges fand lange keinen Gefallen daran, das Unternehmen nach kurzer Lebensdauer schon wieder zerschlagen zu lassen

Eon und RWE wollen die RWE-Tochter Innogy zerschlagen und die Geschäfte neu aufteilen. Nun hat Innogy den latenten Widerstand dagegen aufgegeben. Bei der geplanten Integration sollen die "Mitarbeiter fair und möglichst gleich" behandelt werden, heißt es.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Widerstand gegen die eigene Zerschlagung aufgegeben. Sie werde die zügige Umsetzung der geplanten Transaktion zwischen RWE und dem Branchenkollegen Eon unterstützen, teilten die drei beteiligten Unternehmen am späten Mittwochabend mit. Man habe sich auf "auf faire Integrationsprozesse" geeinigt, hieß es weiter.

Die beiden Energieriesen Eon und RWE wollen die RWE-Tochter Innogy zerschlagen und die Geschäfte neu aufteilen. Im ersten Schritt will Eon Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug RWE am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen. Eon würde das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden sollen.

Innogy wollte aber offensichtlich nicht nach nur vergleichsweise kurzer Lebensspanne schon wieder von der Bühne unabhängiger Unternehmen abtreten. Im Mai hatte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz die Tochter vor dem Verkauf von Unternehmensteilen in Tschechien gewarnt. Zuvor hatte sich der Innogy-Vorstand geweigert, seinen eigenen Aktionären die Annahme der Eon-Offerte zu empfehlen. "Eine abschließende Beurteilung der relativen Höhe des Angebots ist aber aufgrund von nicht-öffentlichen Vereinbarungen zwischen Eon und RWE nicht möglich", hatte es unter anderem zur Begründung geheißen.

Nun wollen die beteiligten Unternehmen bei der geplanten Integration die "Mitarbeiter fair und möglichst gleich behandeln". Auch seien "Prinzipien und Auswahlprozess zur fairen Besetzung von Top-Führungspositionen vereinbart" worden. Weitere tarifliche Gespräche zur sozialen Flankierung der geplanten Integrationen würden vorbereitet.

rei/dpa

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