Nach Uniper Auch RWE fordert Schadensersatz von Gazprom

Nach Uniper hat auch RWE-Chef Markus Krebber beschlossen, ein Schiedsverfahren gegen den russischen Gaskonzern Gazprom anzustreben. Wenngleich der Streitwert mit rund einer Milliarde Euro deutlich geringer ist.
Im Angriffsmodus: RWE-Chef Markus Krebber muss Gas derzeit teuer kaufen – trotz anderslautender Verträge

Im Angriffsmodus: RWE-Chef Markus Krebber muss Gas derzeit teuer kaufen – trotz anderslautender Verträge

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Thilo Schmuelgen / REUTERS

Nach dem Energiekonzern Uniper fordert auch der Essener Versorger RWE wegen ausbleibender Gaslieferungen Schadensersatz von dem russischen Gazprom-Konzern. RWE strenge deshalb ein Schiedsverfahren gegen Gazprom an, bestätigte das Unternehmen am Montag einen Bericht des "Handelsblatts". Details nannte RWE nicht.

Uniper hatte in der vergangenen Woche die nötigen Schritte für ein Schiedsgerichtsverfahren gegen Gazprom in Stockholm eingeleitet, wo der Fall nach Schweizer Recht verhandelt werden soll. Der vor der Verstaatlichung stehende Konzern beziffert den finanziellen Schaden, der dem Unternehmen durch teure Ersatzbeschaffungen für russisches Gas entstanden sei, auf 11,6 Milliarden Euro.

Gazprom liefert trotz anders lautender Verträge seit September kein Gas mehr an deutsche Versorger. Diese müssen das fehlende Gas seitdem teuer auf dem Gasmarkt kaufen, um die eigene Lieferverträge zu den noch günstigeren Konditionen zu erfüllen.

Deutlich geringerer Streitwert

Uniper ist der mit Abstand größte deutsche Kunde von Gazprom. Der Streitwert im Fall von RWE dürfte daher deutlich geringer sein. Das "Handelsblatt" zitierte den Analysten Guido Hoymann von der Metzler Bank mit der Einschätzung, dass es bei RWE um Verluste unter einer Milliarde Euro gehen dürfe.

Gazprom hatte die Forderungen Unipers postwendend zurückgewiesen. Der russische Gasriese teile die Rechtsauffassung Unipers nicht. Damit ist offen, ob es überhaupt zu einem Verfahren kommt. Mit einer Verweigerung dürfte Gazprom aber nicht so einfach durchkommen, denn es gibt klare Regeln für Schiedsverfahren.

Uniper-Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach (60) zufolge müssen beide Parteien sich auf einen Schiedsrichter einigen. Man sei es den Aktionären, den Mitarbeitern und den deutschen Steuerzahlern schuldig, den Rechtsweg zu beschreiten. Notfalls ziehe Uniper auch vor deutsche Gerichte.

mg/Reuters
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