Eon will ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen "Die deutsche Energiewende zum Erfolg bringen"

Eon-Chef Johannes Teyssen: "Wir sind optimistisch, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen"

Eon-Chef Johannes Teyssen: "Wir sind optimistisch, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen"

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Die Energiekonzerne Eon  und RWE  sehen in der geplanten Aufteilung ihrer Geschäftsfelder eine Stärkung des Energiestandorts Deutschland. "Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Neuaufstellung die deutsche und europäische Energiewende im Interesse aller Kunden und im Interesse einer sicheren und nachhaltigen Versorgung besser als in der heutigen Organisation zum Erfolg bringen können", sagte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in Essen.

Die beiden größten deutschen Versorger wollen sich künftig keine Konkurrenz mehr machen. Eon will keinen Strom mehr produzieren und sich ganz auf die Energienetze und den Stromverkauf an die Endkunden konzentrieren. Unter dem Dach von RWE sollen die gesamten erneuerbaren Energien zusammengeführt werden. RWE betreibt bisher nur konventionelle Kraftwerke. Für diese Konstruktion wird die RWE-Netz- und Ökostromtochter Innogy zerschlagen.

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Wer weltweit mithalten wolle, brauche "künftig eine deutlich größere und internationalere Aufstellung als früher", sagte Teyssen. Das werde mit dem Deal für Eon und RWE erreicht. Eon sieht dadurch Einsparungen von 600 bis 800 Millionen Euro jährlich ab 2022. Nach ersten Berechnungen sollen mit dem Deal 5000 der dann insgesamt deutlich über 70 000 Arbeitsplätze bei der neuen Eon abgebaut werden. RWE erwartet durch die Transaktion in den kommenden Jahren keinen Personalabbau.

Eon will ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen

Eon und RWE wollen ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen

Bei ihrem Tauschgeschäft von Betriebsteilen wollen die Energiekonzerne RWE und Eon ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. "Wir sind optimistisch, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen", sagte Teyssen am Dienstag. Festlegen wollte er sich aber nicht. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz sagte hingegen, es sei "klar", dass es durch die Transaktionen insgesamt bei RWE keinen Personalabbau geben werde.

Bei der Zerschlagung des Energiekonzerns Innogy droht ein massiver Stellenabbau. Bis zu 5000 Jobs könnten wegfallen, wie Eon mitteilte. Konzernchef Teyssen warb bei den Beschäftigten am Dienstag trotzdem um Vertrauen: "Wir haben großen Respekt vor ihrer Leistung", sagte er. Zusammen mit den Eon-Beschäftigten entstehe eine "starke, leistungsbereite und kreative Mannschaft".

Ex-Rivalen agieren bereits wie Verbündete

Die "ewigen Rivalen" Eon und RWE übten auf der Pressekonferenz in der Messe Essen den gemeinsamen Schulterschluss. RWE-Chef Schmitz sprang Teyssen zur Seite. Natürlich gebe es auch Unsicherheit bei den Beschäftigten. "Wenn aber zwei führende Unternehmen ihre Kräfte bündeln und sich so bessere Chancen für die Zukunft erarbeiten, dann bin ich sicher, zahlt sich das auch langfristig für die Mitarbeiter aus."

Die Aufsichtsräte der Konzerne haben dem Deal inzwischen zugestimmt. Das Votum der Wettbewerbshüter steht aber noch aus. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE hatten betont, sie gingen von einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen aus.

RWE steigert Gewinn und Dividende

RWE steigert Gewinn und Dividende

Der Energiekonzern RWE  kann mit einem Milliardengewinn im Rücken die geplante Zerschlagung der Tochter-Innogy vorantreiben. Nach einem Rekordverlust von 5,7 Milliarden Euro 2016 fuhr der Versorger im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 1,9 Milliarden Euro ein.

"Wir wollten RWE2017 strategisch neu positionieren und finanziell konsolidieren. Beides ist gelungen", sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz am Dienstag. Er will am Vormittag in Essen gemeinsam mit Eon-Chef Johannes Teyssen die Pläne zur Aufteilung der Innogy-Geschäfte vorstellen.

RWE erwartet dabei keinen Stellenabbau, während Eon davon ausgeht, dass bis zu 5000 Jobs wegfallen könnten.

RWE profitiert von positivem Ergebnis in der Stromerzeugung

"Wir sind wieder gut aufgestellt", sagte Schmitz. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um 6,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro gestiegen. RWE profitierte insbesondere von einem überraschend positiven Ergebnis in der Stromerzeugung.

2018 werde das Ebitda des Konzerns auf 4,9 bis 5,2 Milliarden Euro schrumpfen, da dann der Tiefpunkt der Strompreise der vergangenen Jahre durchschlage.

Dividende inklusive Sonderausschüttung bei 1,50 Euro

Die Aktionäre sollen für 2017 eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie erhalten, inklusive einer Sonderausschüttung von einem Euro. Für 2018 soll die ordentliche Dividende auf 70 Cent je Papier steigen.

RWE und Eon teilen Strommarkt neu auf: Was Sie über den Mega-Deal wissen müssen

Am Montagabend hatte der Aufsichtsrat von RWE der geplanten Zerschlagung der Tochter Innogy zugestimmt. RWE erwartet nach der Übernahme des Ökostromgeschäfts von Innogy und E.ON keinen Stellenabbau.

Eon erklärte jedoch, nach der geplanten Übernahme der Netz- und Vertriebsgeschäfte von Innogy könnten bis zu 5000 der über 70.000 Arbeitsplätze wegfallen, die die fusionierten Bereiche derzeit hätten. Die Gewerkschaften Verdi und IGBCE hatten zuvor betont, sie gingen von einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen aus.

la/dpa
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