Bis 2030 RWE will 50 Milliarden Euro in Erneuerbare investieren

RWE will bis zum Ende des Jahrzehnts Milliarden in erneuerbare Energien stecken und dann bis zu 50 Gigawatt grünen Strom liefern. Auf Gaskraftwerke zur Stromproduktion wird der Konzern jedoch nicht verzichten, sogar ein neues Gaskraftwerk ist geplant.
Stromerzeugung mit Windkraft: Neue Anlangen auf See sollen zusätzliche 5,6 Gigawatt Strom bis 2030 liefern, der Ausbau von Windkraftanlagen an Land und Solaranlagen soll zusätzliche 13 Gigawatt bringen

Stromerzeugung mit Windkraft: Neue Anlangen auf See sollen zusätzliche 5,6 Gigawatt Strom bis 2030 liefern, der Ausbau von Windkraftanlagen an Land und Solaranlagen soll zusätzliche 13 Gigawatt bringen

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POOL New / REUTERS

Der Energiekkonzern RWE will pro Jahr durchschnittlich fünf Milliarden Euro brutto in das Kerngeschäft investiert. Bis 2030 summieren sich die Bruttoinvestitionen damit auf 50 Milliarden Euro, netto sind es laut RWE 30 Milliarden, wie der Dax-Konzern am Montag beim Kapitalmarkttag in Essen mitteilte. Die Aktie von RWE  gewann am Nachmittag rund 2,5 Prozent hinzu.

Damit will das Management um Chef Markus Krebber (48) das Portfolio an erneuerbaren Energien bis Ende des Jahrzehnts auf 50 Gigawatt erweitern. Pro Jahr will RWE dafür im Schnitt 2,5 Gigawatt zubauen, das sind zwei Drittel mehr als bislang jährlich angestrebt. Unter anderem will RWE seine Kapazität bei der Stromerzeugung auf See von derzeit 2,4 auf 8 Gigawatt im Jahr 2030 erhöhen. Bei Windkraftanlagen an Land und bei Solaranlagen ist ein Ausbau von 7 auf 20 Gigawatt geplant. Zulegen will der Konzern auch bei Batteriespeichern, wo die Kapazität auf drei Gigawatt verfünffacht werden soll.

RWE setzt weiter auf den Betrieb von Gaskraftwerken, die im Bedarfsfall schnell Strom produzieren können. Der Konzern verfüge aktuell mit rund 14 Gigawatt installierter Leistung über die zweitgrößte Gaskraftwerksflotte Europas, hieß es. Weitere Anlagen mit insgesamt mindestens zwei Gigawatt Leistung sollen bis 2030 hinzukommen.

Kohle und Gas müssen zur Stromerzeugung immer wieder einspringen

Dass Gas und Kohle zur Stromerzeugung vorerst weiter unverzichtbar sind, zeigte sich im ersten Halbjahr 2021: 56 Prozent der gesamten in Deutschland erzeugten Strommenge von 258,9 Terawattstunden stammten in diesem Zeitraum aus konventionellen Quellen wie Kohle, Erdgas oder Kernenergie. Auch weil der Wind nur schwache wehte, sank der Anteil erneuerbarer Energien wie Wind, Solarenergie und Biogas im gleichen Zeitraum um 11,7 Prozent auf 44 Prozent.

RWE betonte gleichwohl, dass die neuen und alten Gaskraftwerke "mit einem klaren Dekarbonisierungspfad" versehen werden sollen. Den Handel mit grünen Energieträgern will RWE ausweiten. Das Unternehmen kündigte an, neue Geschäftsmöglichkeiten beim Wasserstoff- und Ammoniakimport für die Industrie in Europa erschließen zu wollen.

RWE-Vorsteuerergebnis soll sich bis 2030 verdoppeln

In der Folge soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Kerngeschäft bis 2030 auf 5 Milliarden Euro steigen und würde sich damit im Vergleich zum laufenden Geschäftsjahr verdoppeln. Das Kerngeschäft von RWE umfasst den Energiehandel, die Segmente Off- und Onshore von Wind und Solar sowie Wasser, Biomasse und Gas.

Die Konzentration auf das Kerngeschäft soll sich auch im Nettoergebnis widerspiegeln. Bis 2027 soll der bereinigte Gewinn aus dem Kerngeschäft den Anteil der Kohle- und Atomenergie komplett ersetzen. Im laufenden Geschäftsjahr prognostiziert das Management noch, dass Kohle und Kernenergie zwischen 50 und 60 Prozent des Nettoergebnisses ausmachen werden.

Den ersten Schritt dahin spiegelt auch die vom Management erhöhte Prognose für 2022 wider. Von den 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro, die das Management als bereinigtes Nettoergebnis erwartet, sollen 650 bis 950 Millionen Euro aus dem Kerngeschäft kommen. Das bereinigte operative Ergebnis werde konzernweit 3,3 bis 3,6 Milliarden Euro zudem rund 200 Millionen Euro höher ausfallen als bislang gedacht. Die Ziele für das operative Ergebnis in den kommenden Jahren seien höher als von ihm erwartet, schrieb Jefferies-Analyst Ahmed Farman in einer Studie.

Von den besseren Ergebnissen sollen auch die Aktionäre profitieren: Die prognostizierte Dividende in Höhe von 90 Cent je Aktie für das laufende Geschäftsjahr soll in den kommenden Jahren die Untergrenze bilden, erklärte Finanzchef Michael Müller.

rei/dpa-afx
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