Rückzug aus Aufsichtsrat Österreichs Ex-Außenministerin tanzt nicht mehr mit Rosneft

Als Außenministerin Österreichs tanzte Karin Kneissl auf ihrer eigenen Hochzeit mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Drei Jahre später zog sie in den Aufsichtsrat des Energiekonzerns Rosneft ein – dieses Mandat hat sie nun niedergelegt.
Ausgetanzt: 2018 lud Karin Kneissl zu ihrer Hochzeit auch Wladimir Putin ein. Bilder davon, wie sie mit dem russischen Präsidenten Walzer tanzt und einen tiefen Knicks vor ihm macht, gingen damals um die Welt.

Ausgetanzt: 2018 lud Karin Kneissl zu ihrer Hochzeit auch Wladimir Putin ein. Bilder davon, wie sie mit dem russischen Präsidenten Walzer tanzt und einen tiefen Knicks vor ihm macht, gingen damals um die Welt.

Foto: Roland SCHLAGER /AFP

Unter großem internationalem Druck ist die frühere österreichische Außenministerin Karin Kneissl (57) von ihrem Posten im Aufsichtsrat des russischen Staatskonzerns Rosneft zurückgetreten. Der Rücktritt sei rückwirkend zum 20. Mai gültig, teilte der Ölkonzern mit. Kneissl war von 2017 bis 2019 Außenministerin in Österreich. 2018 lud sie Russlands Präsident Wladimir Putin (69) zu ihrer Hochzeit ein – und sorgte mit einem Knicks vor dem Kremlchef für internationales Aufsehen.

Sie habe das Unternehmen bereits im März informiert, dass sie sich nicht noch mal zur Wahl stellen werde, hatte die Politikerin der Nachrichtenagentur AFP am Freitag gesagt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei sie geblieben, "um meine Verpflichtungen aus dem einjährigen Mandat zu erfüllen", erklärte sie. Rosneft bedankte sich in seiner Erklärung bei Kneissl für ihre Arbeit während der "komplexen" internationalen Situation und erklärte, man zähle auf eine künftige Zusammenarbeit mit ihr als Expertin.

Auf Kneissls persönlicher Website finden sich mehrere Interviews mit dem staatlichen russischen Nachrichtensender RT, das letzte zwei Tage vor Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine am 24. Februar.

Vor Kneissl hatten bereits der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (78) und der deutsche Chef der Nord-Stream-2-Betreibergesellschaft, Matthias Warnig (66), ihre Ämter im Aufsichtsrat von Rosneft niedergelegt. Im Zusammenhang mit Russlands seit drei Monaten andauerndem Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die EU mit direkten Sanktionen gegen westliche Ex-Politiker gedroht, die für russische Staatskonzerne aktiv sind.

hr/AFP, dpa-afx