Samstag, 7. Dezember 2019

Rosneft-Chef Setschin zu Sanktionen Russlands mächtigster Wirtschaftsboss warnt den Westen

Rosneft-Chef Igor Setschin (Archivbild): "Sanktionen sind eine Art von Krieg"

Rosneft-Chef Igor Setschin garantiert der Bundesrepublik laut "Spiegel" eine sichere Gasversorgung im Winter. Doch mit seinen Sanktionen schüre der Westen den Hass, sie seien "eine Art von Krieg".

Hamburg/Moskau - Deutschland brauche diesen Winter keinen Lieferstopp von russischem Öl oder Gas zu befürchten, sagte der Direktor des Öl- und Gasimperiums Rosneft, Igor Setschin, in einem Gespräch mit dem "Spiegel". "Rosneft und andere russische Unternehmen werden sich streng an ihre Lieferverträge halten, die mit Krediten und Vertragsstrafen abgesichert sind."

Setschin sieht in den Sanktionen des Westens eine Kriegserklärung an Russland. "Sanktionen sind eine Art von Krieg. So wird Hass gesät", sagte der Putin-Vertraute.

Sein Konzern werde trotz ausbleibender Kredite aus Europa und den USA seine Investitionsprojekte finanzieren können. "Wir werden unseren Verpflichtungen leicht aus eigener Kraft nachkommen", sagte er weiter. Vermehrt kauften Indien und China Öl oder Flüssiggas von Rosneft. "Russland isolieren zu wollen, ist deshalb unmöglich", so Setschin. Leiden würden deutsche Unternehmen. Sie produzierten zwar gute Bohranlagen. "Aber wenn die Deutschen nicht liefern wollen, kaufen wir eben in Südkorea oder China", sagte der Rosneft-Chef, der nach Putin als zweitmächtigster Mann Russlands gilt.

Entschieden wies der Energiemanager den Vorwurf zurück, er habe seinen Konzern illegal aus den zerschlagenen Bestandteilen von Jukos, dem Unternehmen des lange inhaftierten Michail Chodorkowski aufgebaut. "Jukos steht heute bei vielen als unschuldiges Opfer böser Aggressoren da. So ein Unsinn", sagte Setschin: "Der Aufstieg von Jukos ist mit Leichen gepflastert." Ihm lägen Informationen vor, wonach Chodorkowski auf Rache sinne, auch gegen ihn persönlich.

ts/Spiegel Online

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