Dienstag, 16. Juli 2019

Poker mit Bain und Carlyle geht weiter Osram findet Käufer für schwaches Leuchtengeschäft

Nach gut einem Jahr Bemühungen ist das Leuchtengeschäft von Osram nun verkauft

Der vor einer möglichen Übernahme durch Finanzinvestoren steckende Lichtkonzern Osram hat einen Käufer für sein schwächelndes Leuchtengeschäft gefunden. Die 2018 ins Schaufenster gestellte Problemsparte Siteco geht an die Beteiligungsgesellschaft Stern Stewart Capital, wie Osram am Dienstag in München mitteilte.

Einen Kaufpreis für den Bereich, der den Angaben zufolge im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 900 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro erwirtschaftete, nannte das Unternehmen nicht. Am Aktienmarkt kam der Verkauf gut an. Die Aktie legte am Vormittag um rund zwei Prozent zu.

Das Geschäft mit der Beleuchtung für Bürogebäude, Fabriken und Straßen litt längere Zeit unter schwindenden Umsätzen, insbesondere in den USA. Zudem schrieb der Bereich über viele Jahre Verluste. Als Konsequenz daraus hatte das Management einen Sparkurs inklusive Stellenabbau eingeläutet und den Verkauf des Leuchten-Servicegeschäfts in den USA beschlossen. Im vergangenen Jahr standen dann operativ schwarze Zahlen zu Buche.

Osram will sich von Bain und Carlyle übernehmen lassen

Osram selbst will sich eigentlich von den Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle übernehmen lassen. Allerdings könnte der schon länger angedachte Deal nach einer erneuten Gewinnwarnung des MDax-Konzerns Ende März wackeln. Es war die dritte Prognosesenkung binnen eines Jahres

Das Vertrauen in den Investment- und Finanzierungscase sei erheblich gesunken", hatte manager magazin unter Berufung auf beteiligte Investmentbanker berichtet. Die potenziellen Investoren rechnen seit Wochen einen Kauf von Osram durch.

Kreisen zufolge fordert Osram von den Finanzinvestoren ein Übernahmeangebot von 36 Euro je Anteilsschein. Eine solche Offerte würde Osram insgesamt mit 3,5 Millionen Euro bewerten. Allerdings hätten Bain und Carlyle Probleme, einen solchen Preis bei den finanzierenden Banken durchzusetzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Investoren würden noch in dieser Woche mit Vertretern der Geldhäuser sprechen und voraussichtlich in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie für eine Übernahme von Osram böten. Die Osram-Aktie lag am Dienstagnachmittag nach einigem Auf und ab zuletzt mit zwei Prozent im Plus bei 28,01 Euro.

Schwäche in der Autoindustrie und im Smartphone-Markt

Der ehemaligen Siemens-Tochter macht die Schwäche in der Autoindustrie sowie im Smartphone-Markt zu schaffen. Die konjunkturelle Abkühlung in China lässt die Lagerbestände wachsen, weswegen die Kunden mit neuen Bestellungen zögern. Besonders betroffen ist die LED-Sparte Opto Semiconductors, die unter einer erheblichen Unterauslastung der Produktionskapazität leidet. Ausgerechnet in diesem Segment hatte Osram erst die Kapazitäten durch eine neue Fabrik im malaysischen Kulim erhöht.

Die operative Schwäche hinterließ auch im Aktienkurs tiefe Spuren. Seit ihrem Rekordhoch bei 79,58 Euro Anfang 2018 haben die Papiere um rund 65 Prozent an Wert verloren. Seit Jahresbeginn ging es für die Aktie um rund ein Viertel nach unten nach unten.

la/rei/dpa

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