Donnerstag, 22. August 2019

Großaktionär Allianz GI will Angebot ablehnen Osram-Verkauf droht zu scheitern

Osram-Leuchtmittel: Dem Großaktionär Allianz GI ist das Angebot von Bain und Carlyle zu niedrig

Die geplante Übernahme des angeschlagenen Lichtkonzerns Osram Börsen-Chart zeigen durch die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle steht vor dem Aus. Der größte Einzelaktionär, die Allianz Global Investors, plant das Angebot abzulehnen, wie Allianz GI am Mittwochabend mitteilte. Der Preis sei nicht angemessen. Allianz GI finde es bedauerlich, dass das Osram-Management nicht ausreichend Vertrauen in das eigene Geschäft habe und sich für einen Verkauf entschlossen habe, hieß es weiter. Allianz GI hält an Osram etwas mehr als 9 Prozent.

Seit Ende Juli läuft die Angebotsfrist für alle ausstehenden Aktien des MDax -Unternehmens. Osram-Aktionäre können das freiwillige Übernahmeangebot zum Preis von 35 Euro je Aktie annehmen. Dies entspricht einem Aufschlag von 27,7 Prozent zum durchschnittlichen Börsenkurs des letzten Monats vor dem 3. Juli.

An diesem Tag hatte Osram verkündet, dass dem Konzern ein Gebot von Bain Capital und Carlyle vorliege. Die Annahmefrist läuft bis zum 5. September. Voraussetzung für die Übernahme ist eine Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent. Der Osram-Vorstand und -Aufsichtsrat unterstützen die Übernahmeofferte. Doch die Aktionäre reagierten bislang verhalten. Bis Anfang dieser Woche hatten lediglich 0,9 Prozent der Aktionäre zugestimmt, wie aus einer Pflichtmitteilung auf der Webseite der Investoren hervorgeht.

Aktie reagiert mit deutlichem Kursrutsch

Wenn Allianz GI das Angebot nun ablehnt, wird es schwierig mit der Überschreitung der Mindestannahmeschwelle. Die Aktie Börsen-Chart zeigen reagierte mit einem Kursrutsch mehr als 7 Prozent auf die Nachricht und notierte nur noch bei 31,50 Euro.

Ein Händler hielt eine deutliche Erhöhung des Gebots für unwahrscheinlich. Die Kritik von Allianz Global Investors an einem zu niedrigen Angebot beruhe vermutlich auf dem hohen Einstiegskurs des Investors.

Osram steht zum Verkauf, weil der Konzern in den vergangenen eineinhalb Jahren in sehr schwieriges Fahrwasser geraten ist. Die weiterhin schwachen Automärkte und hohe Umbaukosten haben das Traditionsunternehmen im dritten Geschäftsquartal in die Verlustzone rutschen lassen.


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Das Unternehmen produziert mittlerweile hauptsächlich LEDs und Optoelektronik. Die wichtigsten Kunden sind Auto- und Smartphone-Hersteller. Da in beiden Branchen die Geschäfte schlecht laufen, ist der Beleuchtungshersteller hart getroffen. Hinzu kommt, dass Osram unmittelbar vor Beginn des Abschwungs noch viel Geld in die Erhöhung der Produktionskapazitäten investiert hatte.

mg/dpa-afx

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