Saudi Aramco Ölriese legt Fonds für Energiewende auf

Saudi Arabien ist weltweit der größte Erdölexporteur. Das Königreich hat sich vorgenommen, bis 2060 seinen Emissionen auf netto Null zu senken. Staatskonzern Saudi Aramco hat darum nun einen 1,5 Milliarden Dollar schweren Nachhaltigkeits-Fonds gestartet.
Emissionsschleuder: Die Ölraffinerie Ras Tunara von Saudi Aramco

Emissionsschleuder: Die Ölraffinerie Ras Tunara von Saudi Aramco

Foto: Ahmed Jadallah / REUTERS

Der saudische Ölgigant Saudi Aramco hat am Mittwoch einen 1,5 Milliarden Dollar schweren Fonds zur Unterstützung einer umfassenden globalen Energiewende gestartet. Gleichzeitig erklärten saudische Beamte, dass die Abkehr von Kohlenwasserstoffen Jahrzehnte dauern könne und darum weitere Investitionen in konventionelle Ressourcen notwendig seien.

Der Chef des staatlich kontrollierten Unternehmens sieht noch große Lücken auf dem Weg zur Energiewende. "Der derzeitige Übergangsplan ist ehrlich gesagt mangelhaft. Er ist nicht wirklich zielführend. Was wir brauchen, ist ein optimaler, realistischer Übergangsplan", sagte Aramco-CEO Amin Nasser (64) auf einem Wirtschaftsforum, auf dem er den neuen, von Aramco Ventures verwalteten Fonds ankündigte. "Wir müssen erkennen, dass die Alternativen heute noch nicht bereit sind, eine große Last der wachsenden Energienachfrage zu schultern, und deshalb müssen wir parallel arbeiten, bis die Alternativen bereit sind."

"Öl weiter wichtig für Versorgungssicherheit"

Die weiterhin große Beudetung von fossilen Brennstoffen betonte auch der saudische Finanzminister Mohammed al-Jadaan (59) auf dem FII-Treffen. Al-Jadaan sagte, dass die Überlegungen zur globalen Energiewende "jetzt realistischer geworden sind, dass die Wende möglicherweise 30 Jahre dauern wird", und dass konventionelle Ressourcen weiterhin wichtig seien, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Während die Weltwirtschaft vor "sehr schwierigen sechs Monaten" stehe, so Jadaan, seien die Aussichten für die Ölproduzenten am Golf "sehr gut" und würden auch in den nächsten sechs Jahren so bleiben. "In der Region investieren wir nicht nur in konventionelle Energie, sondern auch in Initiativen zum Klimawandel", fügte er hinzu.

Investitionen in Wasserstoff, E-Fuels und C02-Speicher

Der Aramco-Nachhaltigkeitsfonds strebt Investitionen auf globaler Ebene an und konzentriert sich zunächst auf Bereiche wie Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, Treibhausgasemissionen sowie Wasserstoff, Ammoniak und synthetische Kraftstoffe.

Saudi-Arabien ist der weltweit größte Erdölexporteur. Das Land und andere arabische Golfstaaten bemühen sich, ihre Umweltfreundlichkeit zu verbessern. Letztes Jahr erklärte Riad, dass das Königreich bis 2060 einen Netto-Null-Ausstoß an Treibhausgasen erreichen will. Letztere entstehen hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Auf dem Forum der Future Investment Initiative (FII), das am Dienstag begann, wurden 1,4 Millionen Tonnen Emissionszertifikate versteigert. Aramco und zwei weitere saudische Unternehmen waren die Hauptkäufer, hieß es in einer Erklärung.

Zuvor warnten Saudi-Arabien und seine OPEC-Kollegen immer wieder vor zu geringen Investitionen in fossile Brennstoffe. Trotz des wirtschaftlichen Gegenwinds ist die Nachfrage nach Öl hoch, aber die freien Produktionskapazitäten gering.

dri/Reuters
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