Mittwoch, 16. Oktober 2019

Quartalszahlen Ölindustrie Wer punktet, wer patzt? 

Öl emporpumpen: Früher ein lukratives Geschäft, heute eine Herausforderung
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Öl emporpumpen: Früher ein lukratives Geschäft, heute eine Herausforderung

Die niedrigen Ölpreise machen den großen Ölkonzernen weiter zu schaffen. Die Lage bleibt bei den meisten Konzernen trotz der jüngsten leichten Ölpreis-Erholung angespannt. Mit Kostensenkungen, dem Verkauf von Unternehmensteilen und Investitionszurückhaltung steuern die Konzerne rund um den Globus gegen.

Ein erstes positives Signal kam nun von Royal Dutch Shell Börsen-Chart zeigen. Dank einer höheren Produktion im Zuge der BG-Group-Übernahme und Sparmaßnahmen konnte der britisch-niederländische Konzern den Gewinn im dritten Quartal steigern. Die niedrigen Ölpreise blieben aber eine "erhebliche Herausforderung" und der Ausblick bleibe "unsicher", mahnte Shell-Chef Ben van Beurden bei der Vorlage des Quartalsberichts am Dienstag.

Unter dem Strich verdiente Shell im dritten Quartal 1,45 Milliarden US-Dollar. Vor einem Jahr hatten hohe Wertberichtigungen noch für einen Verlust von 6,12 Milliarden Dollar gesorgt. Der für die Analysten wichtige bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten legte um 18 Prozent auf 2,79 Milliarden Dollar zu. Das war eine Milliarde mehr als von den Experten im Schnitt erwartet. Den Aktionären will Shell für das dritte Quartal mit 0,47 Dollar je Aktie eine stabile Dividende zahlen. Shell-Aktien legten am Vormittag um gut 3 Prozent zu.

Der britische Ölkonzern BP konnte hingegen nicht punkten. Die Aktien standen mit Abschlägen von mehr als 3 Prozent unter Druck. Der Konzern muss eine Halbierung seines Gewinns hinnehmen. Im dritten Quartal erzielte BP unterm Strich einen Profit von 933 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 1,8 Milliarden Dollar Gewinn verzeichnet. Als Gründe für den Einbruch nannte BP den niedrigen Ölpreis und kleinere Gewinnspannen. Positiv wirkten sich demnach eine verbesserte Kostenposition und steuerliche Effekte aus.

"Wir machen weiterhin gute Fortschritte, uns dem herausfordernden Preis- und Marktumfeld anzupassen", erklärte BP-Finanzchef Brian Gilvary. BP will seinen Aktionären weiter 10 Cent Dividende je Aktie zahlen.

Auch den größten US-Ölkonzernen ExxonMobil und Chevron Börsen-Chart zeigen macht der niedrige Ölpreis weiter zu schaffen. Bei den internationalen Konkurrenten Total Börsen-Chart zeigen aus Frankreich und der italienischen Eni blieb die Lage ebenfalls angespannt, wie in der vergangenen Woche veröffentlichte Zahlen zeigen.

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