Rekordgewinn Ölkonzern Chevron verdient 2022 rund 35 Milliarden Dollar

Chevron reiht sich in den Reigen der großen Profiteure der Energiekrise ein: Der Ölkonzern verbucht 2022 einen Rekordgewinn von 35,5 Milliarden Dollar. Freuen können sich die Aktionäre, es gibt Aktienrückkäufe und höhere Dividenden. Der Chevron-Kurs gibt dennoch nach.
Die Börse im Blick: Chevron beglückt seine Anteilseigner mit Aktienrückkäufen und einer Dividendenerhöhung

Die Börse im Blick: Chevron beglückt seine Anteilseigner mit Aktienrückkäufen und einer Dividendenerhöhung

Foto: Richard Drew/ AP

Die hohen Preise für Öl und Erdgas haben dem US-Konzern Chevron 2022 den höchsten Gewinn seiner Geschichte beschert. Der Überschuss lag mit rund 35,5 Milliarden US-Dollar (32,6 Milliarden Euro) mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr, wie der Öl- und Gaskonzern am Freitag im kalifornischen San Ramon mitteilte. Im vierten Quartal schwächte sich der Anstieg jedoch deutlich ab: Mit knapp 6,4 Milliarden Dollar blieb nur noch gut ein Viertel mehr bei Chevron hängen als im Vorjahreszeitraum. Im vorbörslichen US-Handel ging es für die Aktie um rund ein Prozent abwärts.

Analysten hatten in der Öl- und Gasförderung deutlich mehr Gewinn erwartet. Allerdings zehrten Abschreibungen in der Sparte am Ergebnis. Bereits vor wenigen Tagen hatte Chevron ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm aufgelegt: Ab April will der Konzern eigene Papiere im Wert von 75 Milliarden Dollar zurückkaufen. Chevron reiht sich damit ein in einen Branchentrend: Auch die Konkurrenz wie BP oder ExxonMobil stecken Milliardengewinne, die sie dank hoher Rohstoffpreise in den vergangenen Monaten erzielten, in Aktienrückkäufe. So sorgen die Konzerne auch für Kurskosmetik an der Börse, weil solche Rückkäufe in der Regel den Kurs der Aktie stützen.

Zudem hebt Chevron – ebenfalls wie andere Ölkonzerne zuvor – die Quartalsdividende für die Aktionäre um weitere 6 Prozent auf 1,51 Dollar an. Damit steige die Dividende das 36. Jahr in Folge, erklärte das Unternehmen.

Im vergangenen Jahr waren die Öl- und Gaspreise infolge des russischen Einmarsches in die Ukraine stark gestiegen. Erst nach einigen Monaten entspannte sich die Lage wieder ein Stück weit. US-Präsident Joe Biden hatte die Ölkonzerne zwischenzeitlich aufgefordert, mehr Geld in die Produktion zu stecken statt in Dividenden und Aktienrückkäufe.

cr/dpa-afx
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