Montag, 9. Dezember 2019

mm-Grafik am Mittag So viel Geld haben die Energiekonzerne für ihre Atomkraftwerke zurückgelegt

Die Energiekonzerne wollen die Abwicklung der Atomkraftwerke in die Hände des Staates legen. Dafür könnten sie viele Milliarden Euro aus ihren Rückstellungen einbringen. Die mm-Grafik zeigt, wer auf welchen Summen sitzt.

Hamburg - Die Betreiber der deutschen Atomkraftwerke hüllen sich derzeit in Schweigen. Weder RWE, Eon noch EnBW haben bisher den Bericht des Nachrichen-Magazins "Der Spiegel" kommentiert, nachdem die Konzerne ihre Atomkraftwerke dem Bund übertragen wollen.

Auf diese Weise, so der Bericht, wollen sie die Verantwortung für Rückbau und Entsorgung von Meilern und Müll loswerden. Eine Mitgift von 30 Milliarden Euro soll dem Bund das Vorhaben versüßen. Das Geld stammt aus den Rückstellungen der Unternehmen, die für diesen Zweck vorgesehen sind.

Die Finanzpolster fallen dabei unterschiedlich stark aus, wie die Grafik von Statista zeigt. Mit "nicht vertraglichen nuklearen Verpflichtungen" sind Kosten gemeint, die noch nicht durch exakt taxiert sind. Bei den "vertraglichen nuklearen Verpflichtungen" gibt es bereits zivilrechtliche Verträge, die die Lasten konkretisieren. In den Bilanzen der Konzerne werden beide Posten addiert.

Das Geld ist allerdings nicht bar vorhanden. Vielmehr ist es in den Aktiva der Unternehmen enthalten, beispielsweise Kraftwerken. Aus diesem Grund plant RWE laut "Spiegel" eine Kapitalerhöhung, um das Geld verfügbar zu haben.


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