Montag, 21. Oktober 2019

Medienbericht Dea-Verkauf wird für RWE zur Zitterpartie

Fördert Öl in Nord- und Ostsee: RWE-Tochter Dea (hier eine Archivaufnahme einer Dea-Plattform vor Damp in Schleswig-Holstein)

Der hoch verschuldete RWE-Konzern braucht die 5,1 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Dea dringend. Doch die britische Regierung stellt sich Berichten zufolge quer. Platzt das Geschäft, hätten die Essener ein ernstes Problem. Die Aktie stürzt ab.

London/Essen - Dem hoch verschuldeten Energiekonzern RWE Börsen-Chart zeigen droht beim Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea einem Pressebericht zufolge ein herber Rückschlag. Die britische Regierung blockiere das 5,1 Milliarden-Euro-Geschäft mit einer Investorengruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Energieminister Ed Davey sei angesichts der Sanktionen gegen Russland "nicht geneigt", dem Verkauf zuzustimmen. Ein Sprecher in London sagte, das Ministerium kommentiere das nicht.

Eine RWE-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern. RWE arbeite weiter daran, das Geschäft bis zum Jahresende abzuschließen, sagte sie. An der Börse sorgte die Nachricht für Unruhe: RWE-Papiere notierten am Mittag 4,4 Prozent im Minus.

Die Essener wollen die Einnahmen aus dem Verkauf komplett in die Tilgung ihrer Schulden von mehr als 30 Milliarden Euro stecken. Ein Platzen des Geschäfts würde das Unternehmen schwer treffen. Die Bundesregierung hatte dem wegen der Ukraine-Krise heiklen Deal bereits im August zugestimmt.

Dea fördert unter anderem vor der britischen Nordseeküste Gas. Deshalb hatten RWE und Fridmans Alfa Group vereinbart, dass vor einem Abschluss eine Zustimmung ("Letter of Comfort") Großbritanniens vorliegen müsse. Ähnliches gilt für Norwegen.

Ende September hatte RWE bereits mitgeteilt, es sei "unsicher", ob die Unbedenklichkeitserklärung aus London erteilt werde. An diesem Stand habe sich nichts geändert, sagte die Sprecherin am Donnerstag. Eine Aufteilung des Geschäfts - also die Herausnahme des britischen Dea-Geschäfts - sei zwar technisch möglich, entspreche aber nicht den Absichten der Beteiligten, betonte sie.

luk/dpa

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