Schwimmendes Terminal Erstes LNG-Spezialschiff erreicht Deutschland

Spezialschiffe für Gas sollen die Zeit überbrücken, bis die ersten fest installierten LNG-Terminals hierzulande in Betrieb gehen. Ein erstes schwimmendes Terminal ist nun in Deutschland eingetroffen und soll ab Dezember in Lubmin Gas einspeisen.
Schwimmendes Terminal: Die FSRU nimmt Flüssigerdgas von Tankern auf und macht es an Bord wieder gasförmig, danach gelangt das Gas ins Versorgungsnetz

Schwimmendes Terminal: Die FSRU nimmt Flüssigerdgas von Tankern auf und macht es an Bord wieder gasförmig, danach gelangt das Gas ins Versorgungsnetz

Foto: IMAGO/Jens Koehler

Erstmals hat ein Spezialschiff für Flüssigerdgas (LNG) einen deutschen Hafen angelaufen: Die "Neptune" erreichte am Mittwoch den Fährhafen von Sassnitz auf der Insel Rügen; von dort soll die sogenannte Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) in den Industriehafen von Lubmin überführt werden. Die FSRU nimmt Flüssigerdgas von Tankern auf und macht es an Bord wieder gasförmig. Anschließend wird das Gas ins Versorgungsnetz eingespeist und über Pipelines weiterverteilt.

Betreiber ist die Deutsche Regas. "Unser Schiff hat eine Kapazität von 5,2 Milliarden Kubikmetern Gas. Und das reicht aus, um zwei Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Erdgas zu versorgen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Knabe.

Ab Dezember soll Spezialschiff Gas einspeisen

Für die Überführung nach Lubmin muss demnach der Tiefgang der "Neptune" von aktuell 9,6 Meer auf circa 5,2 Meter reduziert werden. Zudem werde noch ein sogenannter Rohradapter installiert, um in Lubmin einen passgenauen Anschluss der FSRU an das landseitige Rohrsystem herstellen zu können.

Ab dem 1. Dezember will die Regas dann Gas ins Netz einspeisen. "Die Inbetriebnahme kann selbstverständlich erst erfolgen, wenn alle notwendigen Genehmigungen vorliegen", erklärte Knabe.

Das Unternehmen hat das Terminal in Lubmin privat finanziert. Das Spezialschiff mietete es vom französischen Energiekonzern Total Energies.

Bisher gibt es hierzulande noch keine LNG-Terminals; Flüssigerdgas kommt über Einspeisepunkte etwa in Frankreich oder den Niederlanden nach Deutschland. Das Bundeswirtschaftsministerium hat weitere fünf LNG-Spezialschiffe angemietet – zwei für Wilhelmshaven, eins für Brunsbüttel, eins für Stade und eins ebenfalls für Lubmin. Die FSRU in Wilhelmshaven und Brunsbüttel sollen zum Jahreswechsel in Betrieb gehen.

dri/afp
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