Dienstag, 20. August 2019

Hype um Alkalimetall für Batterien "Lithium wird Öl überholen"

Lithium: Das weiße Gold
REUTERS

David Lenigas ist ein schwergewichtiger und lauter Mann, ein Rohstoffbaron alten Schlags. Öl, Gas, Kohle, Gold - fast nichts, was sich aus dem Boden holen lässt, ist vor seinen Investitionen sicher. Gerade hat der Australier halb England mit der Nachricht kirre gemacht, seine Firma UK Oil & Gas habe ein gigantisches Ölfeld unter dem Flughafen London-Gatwick entdeckt.

Doch inzwischen hat der 50-Jährige schon das nächste große Ding fest im Blick: Lithium. Das Metall kommt unter anderem in Batterien von Elektroautos zum Einsatz und ist zunehmend gefragt. "Lithium wird Öl schnell überholen", tönt Lenigas. "Ich glaube das zu 100 Prozent".

Nun gilt der Inverstor in der Branche durchaus als Dampfplauderer erster Güte. Und doch wirft sein euphorischer Ausblick ein Schlaglicht auf den gegenwärtigen Hype um das Alkalimetall, dessen Preis langsam, aber sicher immer weiter steigt (siehe Grafik).

Lenigas selbst ist an einem Förderprojekt in Mexiko beteiligt und hat gerade einen spektakulären Deal mit dem US-Elektrobauer Tesla Börsen-Chart zeigen abgeschlossen. Seine Firmen Rare Earth Minerals und Bacanora beliefern das von Milliardär Elon Musk gesteuerte Unternehmen künftig mit Lithiumhydroxid. Als das Geschäft bekannt wurde, legten die Aktienkurse der Rohstofffirmen um 25 Prozent zu.

"Gigafactory" soll weltweiten Batterieausstoß verdoppeln

Preis für Lithium: Tendenz steigend (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
manager magazin online
Preis für Lithium: Tendenz steigend (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Tesla setzt gerade eine riesige Batteriefabrik in die Wüste von Nevada. Sie allein soll die weltweite Produktion von Lithium-Ionen-Akkus mehr als verdoppeln. Ab 2020 will Tesla 500.000 Elektroautos im Jahr bauen, zehnmal mehr als zurzeit.

Auch in Asien entstehen zahlreiche neue Batterie-Fertigungsstätten. Fachleute erwarten daher, dass Lithium an Bedeutung gewinnt.

"Wir gehen davon aus, dass die Lithium-Nachfrage weiter wachsen wird", sagt der Leiter der Deutschen Rohstoffagentur (Dera), Peter Buchholz, gegenüber manager-Magazin online. "Sofern sich Elektroautos durchsetzen, kann sie sogar deutlich steigen."

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