Hall of Fame der deutschen Forschung IT-Expertin und Biotech-Pionier ziehen in die Ruhmeshalle ein

Eine Expertin für IT-Sicherheit und ein Pionier der deutschen Biotech-Branche ziehen in die Hall of Fame der deutschen Forschung ein. Außerdem brillieren zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Arbeiten zu neuen Krebstherapien und zur Robotik.
Spitzenforscher: Der Biophysiker Detlev Riesner (links) und die IT-Expertin Claudia Eckert (Mitte) sind die neuen Mitglieder der Hall of Fame der deutschen Forschung: Merck-Chefin Belén Garijo (2. von links) sowie Michael Kröher und Jennifer Lachman (manager magazin) gratulieren

Spitzenforscher: Der Biophysiker Detlev Riesner (links) und die IT-Expertin Claudia Eckert (Mitte) sind die neuen Mitglieder der Hall of Fame der deutschen Forschung: Merck-Chefin Belén Garijo (2. von links) sowie Michael Kröher und Jennifer Lachman (manager magazin) gratulieren

Foto: Thomas Pirot für manager magazin

Claudia Eckert (63), Informatik-Professorin an der TU München und Direktorin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit, und Detlev Riesner (81), Emeritus für Biophysik und Mit-Gründer des Biotech-Konzerns Qiagen, sind am Donnerstagabend in Frankfurt am Main in die Hall of Fame der deutschen Forschung berufen worden. Eckert gilt als eine der wichtigsten Forscherinnen zur Cyber-Security, Riesner als einer der erfolgreichsten Pioniere der deutschen Biotech-Branche.

Die Hall of Fame der deutschen Forschung wurde 2009 als eine Initiative des manager magazins ins Leben gerufen und zeichnet alljährlich Wissenschaftler aus, deren Lebensleistung einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung geleistet und somit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zukunftsfähiger gemacht haben. Seit dem Jahr 2015 wird das Format unterstützt vom Darmstädter Merck-Konzern. Belén Garijo, Vorsitzende der Geschäftsleitung und CEO von Merck, hob bei der Festveranstaltung die "herausragenden Leistungen" der Laureaten hervor.

Im Rahmen der Berufungsfeier für die neuen Laureaten wurden zudem zwei junge Wissenschaftlerinnen mit einem Curious-Mind-Award geehrt, deren exzellente Forschungsarbeiten schon heute wichtige Impulse und Nutzungsmöglichkeiten für die Wirtschaft erkennen lassen. Dieser Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

In der Kategorie "Life Sciences" wurde Judith Feucht (38) von der Universitäts-Kinderklinik Tübingen ausgezeichnet. Die promovierte Humanmedizinerin entwickelt in einem Sonderforschungsbereich neuartige Zell-Therapien gegen bösartige Erkrankungen. Nach nennenswerten Erfolgen gegen Blutkrebs will sie nun genetisch veränderte Immunzellen auch gegen solide Tumoren einsetzen, die hauptsächlich bei Erwachsenen vorkommen.

Die Auszeichnung in der Kategorie "Digitalisierung und Robotik" ging an Angela Schoellig (39). Die Kybernetikerin erforscht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei selbstfahrenden Autos, Drohnen und autonom arbeitenden Robotern. Nach mehrjährigen Forschungen an der Universität im kanadischen Toronto tritt sie nun die Professur für Sicherheit, Performanz und Zuverlässigkeit lernender Systeme an der TU München an. Die Position wird von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung mit rund fünf Millionen Euro gefördert.

Die Hall of Fame der deutschen Forschung hat nun 29 Mitglieder, darunter Emmanuelle Charpentier , Chemie-Nobelpreisträgerin des Jahres 2020, Ugur Sahin und Özlem Türeci, die Gründer des Impfstoff-Entwicklers Biontech, und August Wilhelm Scheer, Entwickler einer neuen Software-Systematik für Geschäftsprozessmanagement und Gründer mehrerer erfolgreicher IT-Unternehmen.

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