Ladesäulenbetreiber Ionity bestätigt Einstieg von Blackrock

Die Fondsgesellschaft Blackrock beteiligt sich, wie von manager magazin vorab berichtet, am Ladenetzwerk Ionity. Die Autokonzerne bekommen damit Kapital für den Ausbau der Elektromobilität.
Ausbaufähig: Ladestation von Ionity an der Autobahn nahe Dresden

Ausbaufähig: Ladestation von Ionity an der Autobahn nahe Dresden

Foto: Annegret Hilse / Reuters

Der Ladenetzbetreiber der Autokonzerne für Elektroautos, Ionity, hat einen neuen Investor gewonnen und bekommt mehr Geld zum Ausbau seines Angebots. Der weltweit größte Vermögensverwalter Blackrock werde Anteilseigner, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit und bestätigte damit einen Bericht des manager magazins  von Oktober.

Zusammen mit den bisherigen Beteiligten - den Automobilherstellern Audi, BMW, Daimler, Ford, Hyundai und Porsche - werde Blackrock 700 Millionen Euro investieren. Wie sich die Summe aufschlüsselt, wurde nicht bekannt. Nach Informationen von manager magazin steuert der US-Investor zwei Drittel der Summe bei. Die Zahl der Schnellladestationen soll von 400 in zwei Dutzend europäischen Ländern auf mehr als 1000 mit rund 7000 Ladepunkten bis 2025 steigen.

Ionity bietet Schnellladestationen mit bis zu 350 Kilowattstunden Ladekapazität, ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen, an. Bisher ist die vor vier Jahren gegründete Gemeinschaftsfirma auf Standorte an wichtigen Autobahnen und Schnellstraßen in Europa beschränkt. Künftig will der markenübergreifende Anbieter auch an viel befahrenen Verbindungsstraßen zu Großstädten seine Säulen aufbauen. Außerdem wolle Ionity Flächen für eigene Standorte mit Ladeparks unter dem Markenzeichen des Rotmilans erwerben.

Der Ladestellenbetreiber unterstütze mit seiner Infrastruktur die Energiewende und passe daher gut zum Investmentschwerpunkt erneuerbare Energien, erklärte Blackrock-Manager David Giordano. "Ionity hat sich wirklich von anderen abgehoben, was den Reifegrad des Geschäfts und den Erfahrungsschatz der bestehenden Partnerschaften betrifft", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Der Einstieg von Blackrock zeige, wie attraktiv Ionity und allgemein das Feld der Elektromobilität für Investoren sei, sagte Ionity-Chef Michael Hajesch. Die Firma werde sich weiter auf Europa fokussieren.

Der Aufbau der Ladeinfrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung für den Umschwung zu Elektromobilität. Mit ihrer Ladestellengesellschaft leisten die Autokonzerne und Blackrock einen kleinen Beitrag, gemessen am Bedarf öffentlicher Ladepunkten. Nach Schätzung des europäischen Automobilverbandes ACEA beläuft dieser sich bis 2030 auf sechs Millionen Stecker, wenn in der EU mit dem Umstieg auf Elektroautos die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen um die Hälfte sinken und entsprechend viele Elektroautos auf die Straße sollen. Derzeit sind es knapp 225.000, vor allem in Westeuropa. Mit Stromtankstellen wollen auch Mineralölkonzerne und Energieversorger Geld verdienen. Gewinn erwirtschaftet Ionity unterdessen noch nicht, wie Hajesch sagte. "Wir brauchen noch etwas Zeit, um profitabel zu werden, aber wir sind on track."

ak/Reuters
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