Donnerstag, 27. Juni 2019

Nach Attacke auf Finanzvorstand Bernhard Günther Innogy setzt Belohnung für Hinweise auf Säure-Attentat aus

Keine Täter gefunden: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen in Sachen Säure-Attentat ein

Fast neun Monate nach dem Säureanschlag auf den Finanzvorstand der RWE-Tochter Innogy hat das Unternehmen eine Belohnung ausgesetzt. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Anschlags auf Innogy-Manager Bernhard Günther und Ergreifung der Täter führen, gebe es bis zu 80.000 Euro Belohnung, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Bernhard Günther, Manager im Jahr 2017

Hintergrund ist die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Wuppertal, das Ermittlungsverfahren wegen des Säureattentats einzustellen, da die Täter nicht ermittelt werden konnten. Die Staatsanwaltschaft sicherte demnach aber zu, das Verfahren wieder aufzunehmen, sollten sich neue Ermittlungsansätze ergeben.

Zwei Männer hatten Günther Anfang März in einer Parkanlage in Haan nahe Düsseldorf angegriffen als er nach dem Joggen mit Freunden alleine auf dem Weg nach Hause war. Sie überschütteten den damals 51-Jährigen mit Säure und verletzten ihn schwer. Die beiden Täter flüchteten nach dem Anschlag. Günther beschrieb den Hergang später in einem Interview. Er habe mit Freunden gejoggt und wollte die letzten 300 Meter alleine nach Hause laufen. An einer Stelle hätten ihm zwei jüngere Männer aufgelauert. Einer schnitt ihm demnach den Weg ab. Er wurde zu Boden gerissen und festgehalten, während ein anderer über ihm ein Gefäß öffnete und leerte.


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Die Hintergründe zu dem Anschlag sind bisher nach wie vor unklar. Der Energiekonzern RWE zeigte sich damals schockiert über den Angriff und sprach von einer "unfassbaren Attacke". Die Polizei geht davon aus, dass der Manager kein Zufallsopfer war, hieß es bereits kurz nach dem Anschlag. Man müsse davon ausgehen, dass vor dem Anschlag Günthers Gewohnheiten ausspioniert worden seien. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen, auch ob es einen Zusammenhang mit einem Überfall auf Günther gibt, bei dem der Manager bereits vor einigen Jahren von Unbekannten zusammengeschlagen worden war. Auch damals war Günther beim Joggen.

afp/rtr/akn

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