Samstag, 14. Dezember 2019

Ausblick erwartungsgemäß gesenkt Innogys britische Problemtochter setzt Eon unter Druck

Innogy: Britische Vertriebstochter und höherer Personalaufwand in der Sparte Netz und Infrastruktur machen dem Energieunternehmen zu schaffen

Für den Energiekonzern Eon Börsen-Chart zeigen wird nach der Übernahme des Konkurrenten Innogy Börsen-Chart zeigen das britische Vertriebsgeschäft immer mehr zum Problem. In den ersten neun Monaten habe die Sparte mit der Tochter Npower einen operativen Verlust (bereinigtes Ebit) von 167 Millionen Euro eingefahren, teilte Innogy am Donnerstag mit. Die Zahl der Kunden auf der Insel sei um 447.000 auf rund 3,6 Millionen gefallen.

Für Deutschland meldete Innogy jedoch noch einen kräftigen Kundenanstieg. Seit Jahresbeginn sei die Kundenzahl um rund 230.000 auf gut 8 Millionen gestiegen, teilte Innogy mit. Europaweit hat Innogy am 30. September rund 19,2 Millionen Kunden mit Strom und Gas beliefert.

Der Essener Energieversorger verdiente insgesamt von Januar bis Ende September rund eine Milliarde Euro, wobei auch negative Effekte im Zuge der Übernahme durch Eon durchschlugen. Das Energieunternehmen wies aber auch darauf hin, dass nicht allein die britische Gesellschaft, sondern auch höherer Personalaufwand in der Sparte Netz und Infrastruktur sich in den Zahlen niederschlügen.

Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) sank in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahr von 1,46 Milliarden Euro auf 1,06 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis verringerte sich von 458 Millionen auf 212 Millionen Euro. Die Vorjahreszahlen wurden dabei angepasst, um die alten und neuen Ergebnisse vergleichbar zu machen. So werden mehrere Geschäftsfelder nicht mehr berücksichtigt, weil sie nicht fortgeführt werden. Dazu gehören etwa die erneuerbaren Energien, die im Rahmen des Deals im kommenden Jahr an RWE Börsen-Chart zeigen übertragen werden sollen.

Nach der Übernahme durch Eon verändert sich auch der Ausblick: Innogy senkte die Prognose für das Gesamtjahr und erwartet nun nur noch ein bereinigtes Ebit von etwa 1,6 Milliarden Euro nach bislang angepeilten 2,2 Milliarden. Eon legt am Freitag seine Zahlen vor.


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Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Innogy nach Neunmonatszahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 44 Euro belassen. Das Zahlenwerk der früheren RWE-Tochter habe keine größeren Überraschungen bereitgehalten, schrieb Analyst Sam Arie in einer am Donnerstag vorliegenden Ersteinschätzung. Der deutlich eingetrübte Ausblick resultiere aus der Übernahme durch Eon.

Auch das Analysehaus Jefferies beließ die Einstufung für Innogy nach Anpassungen des Ausblicks an die Übernahme durch Eon auf "Hold" mit einem Kursziel von 36,80 Euro. Entscheidend sei, dass die Ziele für das Netzgeschäft und den Vertrieb unverändert schienen, schrieb Analyst Ahmed Farman in einer ersten Reaktion am Donnerstag. Die Schuldenlast sei nach neun Monaten sogar geringer als avisiert.

rtr/dpa/akn

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