Windenergie in der Kritik Die fünf größten Risiken der Himmelsstürmer

Windpark in Brandenburg: Die Windkraftindustrie ist nicht mehr nur Angreifer, sondern wird verstärkt selbst angegriffen

Windpark in Brandenburg: Die Windkraftindustrie ist nicht mehr nur Angreifer, sondern wird verstärkt selbst angegriffen

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Hamburg - Eigentlich ist die Windkraftindustrie in Feierlaune. Das vergangene Jahr hat mal wieder einen Rekord gebracht. Weltweit wurden 2014 Anlagen mit gut 51 Gigawatt zugebaut. Sie produzieren so viel Strom wie etwa zwölf mittelgroße Atomkraftwerke. In Deutschland stellten Windmüller Anlagen mit gut fünf Gigawatt auf - so viel wie nie zuvor.

Die Windenergie hat aber auch deshalb einen Lauf, weil sie vielerorts schon als die günstigste Form der Stromerzeugung überhaupt gilt - ohne Subventionen. Selbst Elektrizität aus US-Gaskraftwerken ist mitunter teurer, hat die New Yorker Investmentbank Lazard unlängst ermittelt . "Wir haben immer gesagt, 'irgendwann' werden Solar- und Windenergie wettbewerbsfähig mit konventioneller Stromerzeugung sein", so Lazard-Energieexperte George Bilicic. "Jetzt ist 'irgendwann'."

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Fünf Grafiken zum Aufstieg der Windenergie: Die Kraft der Rotoren

Foto: manager magazin online

Es ist allerdings keineswegs ausgemachte Sache, dass die Windenergie nun ungestört ihren großen Siegeszug beginnt. Denn wie jede junge Technologie stößt auch die Windkraft an immer neue Grenzen - gerade, weil sie so rasant wächst.

Teils massive Fehlschläge begleiten den Aufschwung der Ökoenergie, nicht nur bei den deutschen Offshore-Projekten. Langjährige Erfahrungswerte für die Anlagen liegen kaum vor.

Teile der Bevölkerung reagieren skeptisch bis feindselig auf Rotoren

Teile der Bevölkerung reagieren zudem skeptisch bis feindselig auf neue Rotoren. Dies besonders in Ländern wie Deutschland, wo schon viele Windräder stehen. Regionalpolitiker springen auf den Zug auf und machen Stimmung gegen die Mühlen.

Reicht der erhebliche Vertrauensvorschuss für den endgültigen, großen Durchbruch der Windkraft? Wird sie das Rückgrat der deutschen Stromversorgung, wie das Bundeswirtschaftsministerium immer wieder betont? manager magazin analysiert die größten Herausforderungen einer Technologie am Scheideweg.

Kaputte Rotoren oder: Geplatzter Traum vom anstrengungslosen Windwohlstand

Brennende Windkraftanlage in Schleswig-Holstein: Technische Probleme verteuern Windstrom stärker als erwartet

Brennende Windkraftanlage in Schleswig-Holstein: Technische Probleme verteuern Windstrom stärker als erwartet

Foto: DPA

Mit der Windenergie verbindet sich nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein ökonomischer Traum: Wer einmal investiert, kassiert Jahrzehnte lang. Der Wind schreibt eben keine Rechnung. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Denn die Anlagen hielten oft nicht, was sie versprechen.

Bezeugen kann auch das Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE). Rund um seinen Hof bei Husum (Schleswig-Holstein) hat er 1993 einen Windpark mit elf Anlagen errichtet.

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie: Plötzlich lag die Gondel samt Rotorblättern auf dem Acker

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie: Plötzlich lag die Gondel samt Rotorblättern auf dem Acker

Foto: Tim Brakemeier/ picture alliance / dpa

Seither hat Albers manche Schrecksekunde überstanden: Einmal krachte eine gesamte Gondel samt Rotorblättern zu Boden, ein anderes Mal fing eine Anlage Feuer - wohl wegen eines Kurzschlusses. Zu Schaden kam beide Male niemand. "Immer wieder mussten Anlagen ausgetauscht werden", sagt Albers. "Wir haben Lehrgeld gezahlt. Aber so ist das bei jeder Innovation."

Was Albers erlebt hat, sind keine Einzelfälle. Vor einigen Jahren litten Hersteller und Betreiber unter einer Pannenserie durch störanfällige Getriebe. Wirtschaftlichkeitsberechnungen brachen reihenweise in sich zusammen - teure Folgen des Prinzips "Versuch und Irrtum".

Rotorlager verschleißen schneller als erwartet

Dieses Problem gilt als weitgehend behoben. Doch die Anlagen entwickeln sich weiter, werden größer. Und damit wächst das Risiko: Wie lange hält das Material die enormen Lasten aus?

Zwei prominente Hersteller - Siemens und Senvion - haben zuletzt ihre Rückstellungen deutlich erhöht, um Gewährleistungsansprüchen nachkommen zu können. Bei beiden Herstellern schwächelten unter anderem Rotorlager in den Anlagen.

Senvion teilte manager magazin auf Anfrage mit, die Lagerprobleme einiger Offshore-Anlagen seien gelöst. Gleichwohl stiegen die Rückstellungen zuletzt weiter - auf gut 150 Millionen Euro.

Siemens musstelaut Medienberichten  ebenfalls eine dreistellige Millionensumme zur Seite legen. Wegen der Lager habe Siemens mit einem Lieferanten "Gespräche geführt", wie ein Siemens-Sprecher vage mitteilte. Auch Rotorenblätter wurden ausgetauscht, das Design überarbeitet.

Überreste eines Windradmastes in Brandenburg: Die Anlagen halten oftmals nicht so lange wie erhofft - und sind teuer im Unterhalt

Überreste eines Windradmastes in Brandenburg: Die Anlagen halten oftmals nicht so lange wie erhofft - und sind teuer im Unterhalt

Foto: DPA

Klar ist jedenfalls auch nach vielen technischen Verbesserungen: Kostenlosen Strom erzeugen Windräder wegen der vielen Reparaturen und Wartungsarbeiten nicht - weder bevor, noch nachdem sie abgeschrieben sind.

Im Rahmen von Vollwartungsverträgen zahlen Windparkbetreiber wegen des Verschleißes etwa 1,1 bis 1,3 Cent pro Kilowattstunde Strom - zusätzlich zu anderen laufenden Kosten in etwa derselben Höhe (Pacht, Betriebsführung und anderes). Da die gesetzliche Förderung in Deutschland sieben bis acht Cent pro Kilowattstunde beträgt, ist das zunächst nicht weiter gravierend.

Unter Marktbedingungen schmerzen hohe Wartungskosten besonders

Anders sieht es aus, wenn Windstrom am Markt bestehen soll: Bei einem derzeitigen Börsenstrompreis von gut drei Cent pro Kilowattstunde schmerzen die Wartungskosten. Zumal die Turbinen den Strom in großen Teilen nachts erzeugen. Dann ist der Marktwert der Elektrizität noch geringer.

Risikofaktor: Nicht unerheblich. Technische Probleme machen Windstrom teurer als erhofft. Die Windkraftanlagen müssen besser werden, damit die von ihnen erzeugte Elektrizität in den meisten Regionen voll wettbewerbsfähig wird.

Bürger kämpfen gegen Windmühlen: Der Infraschall und die Sorge um die Heimat

Protest gegen den "unkontrollierten Windkraftausbau" in Mecklenburg-Vorpommern: Angst um die Heimat und die Gesundheit

Protest gegen den "unkontrollierten Windkraftausbau" in Mecklenburg-Vorpommern: Angst um die Heimat und die Gesundheit

Foto: DPA

Im kleinen Örtchen Kelberg in der Eifel haben die Bürger zuletzt Protest gewählt - Protest gegen die Windkraft. Die meisten Stimmen bekam 2014 zwar immer noch die CDU. Ebenfalls vier Sitze im Gemeindeparlament errang allerdings die Liste "Sturm im Wald" - ein Zusammenschluss von Anti-Windkraft-Initiativen in Rheinland-Pfalz. Hintergrund: Rund um Kelberg sollen zahlreiche Windräder aufgestellt werden.

In den Augen der Initiativen verschandeln die Rotoren zunehmend Wälder und Hügellandschaften. Und oft profitierten nur wenige Menschen - darunter die Grundbesitzer - und Ortsfremde finanziell stark von den Mühlen. Berichte über Schlafstörungen durch Infraschall verbreiten sich rasend und haben schon die alternative Tageszeitung "Taz" erreicht . Behörden in Dänemark und Deutschland gehen dem Thema nun wissenschaftlich auf den Grund .

Vom Antreiber zum Kritiker der Energiewende: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) steht neuen Windparks und Stromstrassen skeptisch gegenüber

Vom Antreiber zum Kritiker der Energiewende: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) steht neuen Windparks und Stromstrassen skeptisch gegenüber

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Manche Argumente derartiger Anti-Windkraft-Initiativen sind zwar hanebüchen ("Windräder nützen nicht dem Klimaschutz"), doch entfaltet die Bewegung mancherorts einigen Druck. In Bayern zeigte sich Ministerpräsident Hort Seehofer (CSU) so beeindruckt, dass seine Regierung extrem große Abstände von den Anlagen zu Wohnhäusern durchsetzte. Der weitere Ausbau der Windkraft im Freistaat ist damit so gut wie gestoppt.

Auch neue Stromleitungen, die Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren sollen, stoßen auf breiten Widerstand der betroffenen Bevölkerung. Ohne neue Flächen und ohne neue Leitungen steht es aber schlecht um die Windkraft. Zumindest in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland stößt die Windkraft mancherorts an Grenzen. Künftig wird es vielerorts nicht mehr Windräder, sondern weniger geben - dafür aber umso leistungsfähigere.

Risikofaktor: Überschaubar. In manchen Regionen kann die Wutwelle das Aus für die Windkraft bedeuten, sie gefährdet aber nicht den weltweiten Vormarsch der Technik.

Fiasko Offshore-Windparks: Von den Problemen eines sehr deutschen Projekts

Offshore-Windpark Bard in der Nordsee: Die Anlagen produzieren viel weniger Strom als erwartet. Auch mit der Netzanbindung gibt es Probleme

Offshore-Windpark Bard in der Nordsee: Die Anlagen produzieren viel weniger Strom als erwartet. Auch mit der Netzanbindung gibt es Probleme

Foto: Nigel Treblin/ dpa

Geht doch endlich mit der Offshore-Windkraft, oder? So sind zuletzt die ersten größeren Rotorenparks in der deutschen Nordsee ans Netz gegangen . Inzwischen speisen Anlagen mit mehr als einem Gigawatt Elektrizität ein. "Die Offshore-Technologie steht vor dem Durchbruch", sagt BWE-Präsident Albers. Das beeindruckt auch das Ausland. "Deutschland bedroht den Vorsprung von Großbritannien bei der Offshore-Windkraft", sorgte sich zuletzt die "Financial Times" .

Doch immer noch schmerzen die anfänglichen Pannen. So hatte sich Siemens mit dem Bau von mehreren Stromrichter-Plattformen verhoben - und fast eine Milliarde Euro in den Sand gesetzt. Konkurrent ABB leidet bis heute an ähnlichen Problemen. Ein Großteil der Verzögerungskosten wird auf die Stromkunden abgewälzt.

Zukunft für deutsche Offshore-Technik unklar

Es bleibt offen, ob die aufwändige Technik jenseits der tiefen deutschen Gewässer jemals gebraucht wird. Möglicherweise rächt sich, dass die Anforderungen an die Offshore-Windkraft in keinem Land so hoch sind wie in Deutschland.

Das Sorgenkind Nummer Eins ist derzeit ist der Windpark Bard I, befindlich im Besitz der Bank Unicredit. Nicht nur, dass das 400-Megawatt-Projekt drei Milliarden Euro statt anderthalb gekostet hat. Bis heute liefert der Park zudem viel weniger Strom als geplant.

Die Maximalleistung der 80 Anlagen Marke Eigenbau liege nur bei 200 Megawatt, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Tennet gegenüber manager magazin. Das jüngste Statement der Unicredit macht nicht unbedingt Hoffnung: "Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung geeigneter Lösungswege", hieß es zuletzt vielsagend aus der Bank.

Dänischer Offshore-Windpark bei Anholt: Deutlich günstigere Stromproduktion als in Deutschland

Dänischer Offshore-Windpark bei Anholt: Deutlich günstigere Stromproduktion als in Deutschland

Foto: REUTERS

Vergleichsweise harmlos gegen dieses Desaster nimmt sich die jüngste Negativnachricht aus der Branche aus. Tonnenweise sonderten die Windkraftanlagen giftige Metallverbindungen ins Meer ab, berichtete der SPIEGEL . Sie lösten sich aus der Rostschutzfarbe heraus, die die Anlagen schützt. Eine Alternativlösung sei möglich - aber teuer.

Riskofaktor: Erheblich. Die deutsche Offshore-Windtechnik bleibt ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Die Gewässer sind tief, der Abstand zum Festland ist groß. Unwahrscheinlich, dass die Parks langfristig gegen Windkraftanlagen an Land und in den flacheren Gewässern Dänemarks oder Großbritanniens bestehen können.

Wenn der Wind nicht weht: Der Gau der Rotorenbranche

Flaute: Der Wind weht in Deutschland schwächer als erwartet

Flaute: Der Wind weht in Deutschland schwächer als erwartet

Foto: DPA

Eine altbekannte Polemik gegen die Windenergie geht ungefähr so: "Und wenn der Wind mal nicht weht, gehen die Lichter aus." Das ist natürlich Unsinn - wie immer kommt es im Stromsystem darauf an, verschiedene Energiequellen (und Speicher) intelligent miteinander zu verknüpfen.

Völlig trivial ist die Sache mit dem Wind für die Windindustrie aber naturgemäß nicht. Denn trotz aller Subventionen gilt: Nur wenn es ordentlich weht, gibt es gutes Geld zu verdienen.

Allerdings hat es an kräftigem Wind in Deutschland zuletzt arg gemangelt. In den Jahren 2002 bis 2011 lagen die Windstromerlöse im Schnitt nur bei 86 Prozent der erwarteten Höhe, hat der Bundesverband Windenergie ermittelt . Und auch seither bläst der Wind etwa 5 bis 15 Prozent schwächer als im langjährigen Mittel, wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) feststellt .

Enttäuschte Hoffnung: Anbieter wie Prokon haben Investoren für die Windkraft begeistert - und dann nicht die versprochene Rendite geliefert. Eine Ursache: Schwache Windjahre

Enttäuschte Hoffnung: Anbieter wie Prokon haben Investoren für die Windkraft begeistert - und dann nicht die versprochene Rendite geliefert. Eine Ursache: Schwache Windjahre

Foto: DPA

Die Flaute hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Anleger in den vergangenen Jahren deutlich weniger Geld verdient haben als erhofft. Statt 5 bis 10 Prozent betrug die Rendite laut BWE eher 2,5 Prozent. In vier von fünf geprüften Jahresabschlüssen lagen die Erlöse zwischen 2002 und 2011 unter den Versprechungen. In einigen Fällen verloren Anleger sogar große Teile ihres eingesetzten Kapitals.

Oft haben Fondsgesellschaften Investoren mit optimistischen Verkaufsprospekten in die Irre geführt. Und doch zeigen die ernüchternden Erfahrungen: Bis heute lässt sich kaum sicher vorhersagen, wieviel Strom die Windenergie über ein ganzes Jahr beitragen kann - das Wetter ist schlicht zu unberechenbar. Nicht auszuschließen ist zudem, dass ausgerechnet der Klimawandel, den die Windenergie abmildern soll, langjährige Windmuster ändert.

Risikofaktor: Branchenüblich. Externe Faktoren wie Wetter oder Rohstoffpreise gehören zum Geschäft der Energieindustrie. Das Risiko wird für die Windbranche aber umso größer, je stärker sich die Technik am Markt orientieren muss. Immerhin werden die Rotoren effizienter und beuten auch schwache Winde besser aus.

Grenzen des Wachstums: Wie viel Windkraft verträgt unser Stromsystem?

Mehr Windräder, mehr Stromtrassen: Investoren bauen Windparks - um den Rest kümmern sich andere

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Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa

Noch immer funktioniert der Windkraft-Ausbau in Deutschland nach dem Muster: Viel hilft viel. Wie im Schlussverkauf reißen sich Investoren um die verfügbaren Flächen. Geld gibt es ja weiterhin für (fast) jede produzierte Kilowattstunde über die feste Einspeisevergütung - ganz gleich wie sehr sie in dem Moment benötigt wird. "Produce and forget" nennen Energiefachleute dieses Prinzip etwas abschätzig.

Bisher ist das gutgegangen. Auch bei heftigstem Orkan wurde noch nicht mehr Windstrom erzeugt als in Deutschland verbraucht wird. Allerdings fließt in solchen Stunden viel Strom für wenig Geld ins Ausland, weil unflexible Großkraftwerke weiterlaufen. Auch müssen Netzbetreiber Windparks dann oft zwangsabschalten. Doch die Kosten halten sich in Grenzen, und viele Hundert Kilometer neuer Trassen sind im Bau.

Netzwarte von Amprion: Mehr Windstrom, mehr Arbeit

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Foto: Amprion

Mit jedem neuen Windpark wachsen allerdings die Herausforderungen. Wenn es von der Nordsee auffrischt, drückt der Wind die Stromproduktion immer schneller in die Höhe. "Die Rampen werden steiler", heißt es im Fachjargon.

Neue Leitungen, flexiblere Kraftwerke, freiwilliges Zu- und Abschalten von großen Industriebetrieben - das sind nur einige Antworten auf die rasanten Änderungen im Stromsystem. Zudem zapfen die ersten Stadtwerke überschüssigen Ökostrom aus dem Netz, um damit Wasser für ihre Fernwärmesysteme zu erhitzen.

Als heiliger Gral zur Lösung der Probleme gelten Speicher, die aber noch teuer sind. Wann sie in großer Zahl benötigt werden, ist umstritten. Der Think Tank Agora Energiewende geht davon aus, dass der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland noch zehn bis 20 Jahre ohne neue Speicher auskommt.

Energiegroßspeicher in Magdeburg: Batterien sollen Schwankungen im Stromnetz vermindern

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Foto: DPA

Doch gerade Batterien sind schon heute ökonomisch interessant, beispielsweise für Privathaushalte, Netzbetreiber und Energiedienstleister. Und dann sind da ja noch die Elektroautos, die ebenfalls überschüssigen Strom aufnehmen und wieder abgeben könnten. Intelligent kombiniert, könnten diese Speicher auch überschüssigen Windstrom aufnehmen.

Risikofaktor: Beherrschbar. Warnungen vor zu viel Ökostrom haben sich bisher meist als Panikmache erwiesen. Wenn Windenergie künftig noch billiger und im Überfluss vorhanden sein sollte, wird sich der Rest des Stromsystems darauf einstellen. Allerdings müssen die Windmüller sich dann auch zügig von der bedingungslosen Subventionierung verabschieden.

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