Plus 45,8 Prozent Deutsche Erzeugerpreise steigen weiter rasant

Die Produzenten haben die Preise auch im September massiv erhöht. Sie steigen um fast 46 Prozent – der stärkste Anstieg seit 1949. Damit dürfte auch die allgemeine Inflationsrate weiter klettern.
Der Preis für Erdgas treibt auch die Preise der Hersteller gewerblicher Güter – so musste die Industrie mehr als dreieinhalb Mal so viel für Erdgas bezahlen wie im Vorjahresmonat

Der Preis für Erdgas treibt auch die Preise der Hersteller gewerblicher Güter – so musste die Industrie mehr als dreieinhalb Mal so viel für Erdgas bezahlen wie im Vorjahresmonat

Foto: Sven Simon / IMAGO

Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im September erneut in Rekordtempo angehoben. Die Erzeugerpreise legten wegen teurer Energie wie schon im August um durchschnittlich 45,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. "Somit wurden im August und September 2022 die höchsten Anstiege der Erzeugerpreise gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 gemessen", hieß es. Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 44,7 Prozent gerechnet.

"Der Anstieg der Erzeugerpreise bleibt extrem", sagte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch. Und das, obwohl sie mit 2,3 Prozent deutlich langsamer zulegten als im August mit 7,9 Prozent. Neben Energie kosteten auch Ge- und Verbrauchsgüter deutlich mehr. "Davon wird bei den privaten Haushalten in den kommenden Monaten ein erheblicher Teil erst noch ankommen", sagte Niklasch. "Die Inflation ist hoch im Jahre 2022, sie wird auch 2023 hoch bleiben."

Verbraucherpreise werden weiter steigen

Die Produzentenpreise gelten als Vorläufer für die Entwicklung der allgemeinen Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – noch bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Im September lagen die Verbraucherpreise 10 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Hauptverantwortlich für die starke Teuerung auf Erzeugerebene ist Energie, die seit Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine am 24. Februar erheblich mehr kostet. Hier lagen die Erzeugerpreise um 132,2 Prozent höher als im September 2021. Die Industrie etwa musste mehr als dreieinhalb Mal so viel für Erdgas bezahlen wie im Vorjahresmonat. Auch die hohen Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern trieben die Preise in die Höhe, etwa bei Metallen (18,1 Prozent) und chemischen Grundstoffen, Düngemittel und Stickstoffverbindungen (33,5 Prozent).

Teurer wurden auch Verbrauchsgüter, etwa Nahrungsmittel (24,2 Prozent) sowie Gebrauchsgüter, vor allem Möbel (13,6 Prozent).

rei/Reuters/AFP
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