Montag, 23. September 2019

Kluge Investments für Hausbesitzer So machen Sie Ihr Haus fit fürs optimale Energiesparen

Planen, umsetzen, sparen: In acht Schritten zum sanierten Haus
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4. Teil: Nützlich: Tipps vom Fachmann zu Fehler, die es zu vermeiden gilt

Was allerdings nicht vergessen werden darf: Um den vollen Erfolg zu erzielen, muss auch beim energieeffizienten Bauen und Sanieren vieles richtig gemacht werden - und viele mögliche Fehler und Fallstricke gilt es zu umgehen. Der Teufel, das weiß beispielsweise auch Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum in Bonn, steckt bei diesem Thema wie so oft im Detail.

Der Architekt hat für manager magazin online einige der wichtigsten Fehlerquellen bei dem Thema zusammengestellt:

1. Auf Lückenlosigkeit achten

Wolfgang Szubin
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    FuG-Verlag/Christian Lentner
    Wolfgang Szubin ist Architekt und Experte für energieeffizientes Bauen und Sanieren beim Verband Wohneigentum in Bonn.

Bei einer Dämmung im schrägen Dach ist auch der Einbau von sogenannten Dampfsperren vonnöten, so Szubin. Diese bestehen meistens aus Folien und müssen die ganze Konstruktion lückenlos von innen umfassen. Sonst droht Luftfeuchtigkeit aus dem Innenraum einzudringen, was zu Schimmel führen kann. Zudem könnte andernfalls Wärme nach außen entweichen, so Szubin.

Vergisst man dieses Detail, ist die energetische Dämmung des Hauses nur lückenhaft und verfehlt ihren Zweck, so der Fachmann. Vielfach werde zum Beispiel beim Anbringen einer Satellitenanlage oder Antenne oder beim Verlegen von Kabeln nicht daran gedacht.

Um solche Leckagen zu vermeiden, empfiehlt Szubin den Einbau von Dichtmanschetten, die die Stelle, an der die Dampfsperre - etwa durch ein Kabel - durchbrochen werden muss, zuverlässig abdichten.

2. Das richtige Material fachgerecht verarbeiten

Materialien haben unterschiedliche Eigenschaften, darüber sollte der Verantwortliche Kenntnisse haben, so Szubin. Nicht jedes Material lässt sich beispielsweise in der Sanierung als Dämmung einbauen. Bei historischen Altbauten, wo sich eine Veränderung der Fassade verbietet, empfiehlt sich etwa eine mineralische Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten, so Szubin.

Weiterer Punkt: Mit modernen Baustoffen und Haustechnik muss auch fachgerecht gearbeitet werden, um beispielsweise eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu bekommen.

Wichtig ist zudem, welche Materialien ursprünglich eingebaut wurden, und mit welchen energetischen Eigenschaften. Neue Dämmungen und Materialien sind darauf abzustimmen. Manche Materialien können nicht zusammen verwendet werden - zum Beispiel aus Gründen des Brandschutzes.

Szubin betont: Gerade das energetische Verhalten eines Bestandsgebäudes sollte vor einer Sanierung genau untersucht werden. Dies sei eine unbedingte Grundlage für eine qualifizierte effiziente Sanierungsplanung.

3. Verschiedene Handwerker richtig koordinieren

Am energieeffizienten Bauen und Sanieren sind oft verschiedene Gewerke beteiligt, wie zum Beispiel Fensterbauer, Fassadenbauer, Maurer oder Zimmermann und Dachdecker. Wenn deren Arbeiten nicht optimal ineinandergreifen, können Fehler entstehen, die das angestrebte Ergebnis beeinträchtigen.

Erforderlich ist also - auch um die verschiedenen Vorgaben aus dem Wärmeschutznachweis gemäß Energie-Einsparverordnung einzuhalten - eine sorgfältige Detailplanung. Diese sollte Grundlage für eine Ausschreibung sein, damit die Anbieter der Leistungen ihre Offerten realistisch danach kalkulieren können, so Szubin. So komme es auch nicht zu den gefürchteten Nachträgen.

4. Fehler vermeiden, die durch zu große Eile entstehen

Die Bauzeiten werden immer schneller. Die Folge: Die eingebauten Materialien, gerade im Neubau, haben kaum Zeit, rechtzeitig auszutrocknen. Das gilt zum Beispiel für Mauerwerk, Betondecken oder Estrich.

Die enormen Feuchteeinträge stellen ein großes Problem dar, so Szubin. Weil sich die Schimmelerscheinungen im Neubau häufen, sollten von vornherein andere Bauabläufe gewählt werden.

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