Sonntag, 22. September 2019

Kluge Investments für Hausbesitzer So machen Sie Ihr Haus fit fürs optimale Energiesparen

Planen, umsetzen, sparen: In acht Schritten zum sanierten Haus
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3. Teil: Konkret: So rechnet sich eine Standardsanierung

IWU-Experte Eicke-Hennig ist gleichzeitig Leiter der Hessischen Energiespar-Aktion (HESA), und als solcher schlägt er Hauseigentümern als Zielgröße ein standardisiertes "10-Liter-Haus" vor. dabei bezieht sich die Angabe - entsprechend der branchenüblichen Terminologie - auf einen Energieverbrauch, der zehn Litern Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr entspricht.

Definiert wurde dieses Haus von der HESA in sechs Punkten, mit denen beispielsweise die Art und Weise, in der Außenwände und Dach gedämmt werden sollten, präzise vorgegeben werden. Weitere Richtwerte gibt es für die Fenster, die Kellerdecke, den Einsatz eines Gas- oder Öl-Brennwertkessels sowie für eine Solaranlage für die Brauchwasseranlage und Heizungsunterstützung.

Wer ein Standard-Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern in ein solches "10-Liter-Haus" umwandeln will, muss laut Eicke-Hennig rund 30.000 Euro an Mehrkosten einplanen. Mit weiteren etwa 40.000 Euro kann sogar der noch höhere Level eines "5-Liter-Hauses" erreicht werden, sagt der Experte. Das entspreche dann bereits dem sogenannten Passivhaus, das sich dadurch auszeichnet, dass eine herkömmliche Heizungsanlage aufgrund der guten Dämmung eigentlich nicht mehr benötigt wird.

Haussanierung rechnet sich nach 15 Jahren

Auch Eicke-Hennig ist allerdings nicht der Ansicht, dass die Umwandlung des Eigenheims in den angestrebten Endzustand auf einen Schlag erfolgen muss. Je nach finanziellem Budget und ohnehin notwendigen Instandsetzungen empfiehlt er vielmehr ein schrittweises Vorgehen. "Es reicht völlig aus, wenn Eigentümer zukünftig jede größere Bauteilinstandsetzung mit einer Energiesparmaßnahme verbinden und beim Heizkessel genauso handeln", sagt er. "Wann immer erneuert wird, wird auch der energetische Standard verbessert."

Wer so vorgeht, sollte allerdings wissen, dass sich die unterschiedlichen Maßnahmen durchaus nicht alle im gleichen Zeitrahmen amortisieren. Während etwa die Ausgaben für eine Dachbodendämmung schon nach vier bis fünf Jahren wieder über die niedrigeren Energiekosten eingespielt sein können, kann es bei einer Dämmung der Außenwände bis zu 15 Jahre und bei der Kellerdecke bis zu 18 Jahre dauern, so Eicke-Hennig.

Als Faustregel gibt er an: "Innerhalb der ersten 10 bis 15 Jahre zahlt die Heizkosteneinsparung die Mehrkosten der Energiespartechnik zurück. Danach sind die Maßnahmen an der Gebäudehülle aber noch voll funktionsfähig und zahlen in den nächsten 20 Jahren auch noch die Bauteilinstandsetzungskosten zurück, die unabhängig von der Energieeffizienz ohnehin erforderlich sind."

Christoph Rottwilm auf Twitter

Damit ist klar: Rein wirtschaftlich betrachtet geht die Rechnung beim energieeffizienten Bauen und Sanieren in aller Regel auf. Hinzu kommt ja noch die Tatsache, das derjenige, der auf solche Maßnahmen verzichtet, langfristig den Wert seiner Immobilie im Wettbewerb mit der meist besser ausgerüsteten Nachbarschaft senkt. Ganz zu schweigen von Aspekten wie dem angenehmeren Wohnklima sowie dem Umwelt- und Klimaschutz, die für viele Immobilienbesitzer ohnehin noch wichtiger sein dürften, als die Berechnung der Amortisation auf Heller und Pfennig.

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