Gasversorgung Erdgas-Verband erwartet keine Energie-Engpässe im Winter

Die Energiewirtschaft rechnet für den kommenden Winter mit einer ausreichenden Gasversorgung – vorausgesetzt, Russland liefert weiter so viel wie jetzt. Bei normalen Winterbedingungen könnten die Gasspeicher wie geplant gefüllt werden. Ohne Gaseinsparungen wird das jedoch nicht klappen.
Speicher füllen sich: Insgesamt beträgt der Füllstand der deutschen Gasspeicher momentan 76 Prozent

Speicher füllen sich: Insgesamt beträgt der Füllstand der deutschen Gasspeicher momentan 76 Prozent

Foto: Sven Simon / IMAGO

Deutschland schaut angesichts reduzierter Lieferungen russischen Gases besorgt auf den Winter, doch die Energiewirtschaft gibt vorerst Entwarnung: Der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) rechnet mit ausreichenden Gasvorräten für den kommenden Winter. "Wenn die Versorgungslage einschließlich der russischen Lieferungen so bleibt wie sie ist, werden wir bei normalen Witterungsbedingungen und der Umsetzung der Einsparbemühungen die Gasspeicher so wie geplant gefüllt bekommen können", sagte Hauptgeschäftsführer Ludwig Möhring der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Dann könne Deutschland im November "mit den beabsichtigten Füllständen der Speicher in den Winter gehen".

"Die Russen liefern gerade erheblich weniger", sagte Möhring weiter. "Wenn diese Mengen weiter geliefert werden und wenn wir einen milden Winter haben und weiter Gas sparen, können die gelieferten Mengen aber trotzdem reichen."

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur warnte aber gegenüber "Bild", allein aus den Speichern werde sich "die deutsche Gasversorgung im Winter nicht gewährleisten lassen". "Man kann sehr grob in einem durchschnittlichen Winter davon ausgehen, dass die Mengen aus den Speichern etwa zweieinhalb Monate reichen."

Auch die Bundesnetzagentur hatte kürzlich erklärt, dass sich eine Gasnotlage im kommenden Winter vermeiden lässt. Nötig dafür wäre aus Sicht der Behörde, dass der Verbrauch um 20 Prozent gekürzt und Transitmengen in Nachbarländer ebenfalls in dieser Höhe reduziert werden, sollte die Pipeline Nord Stream 1 weiterhin nur zu einem Fünftel der maximalen Kapazität ausgelastet sein. Damit auch im nächsten Winter genug Gas vorhanden ist, müssten zusätzlich die Importe von Flüssigerdgas angehoben werden.

Zuletzt (Stand 15. August) lag der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland insgesamt bei 76 Prozent.

dri/Reuters
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