Freitag, 19. April 2019

mm-Grafik am Mittag Fracking-Vorteil der USA schmilzt

Die USA feiern ihren Gasboom dank Fracking als Initialzündung für eine neue industrielle Revolution, Europa blickt neidvoll über den Atlantik. Seit 2012 allerdings nähern sich die Rohstoffpreise wieder einander an.


Hamburg - Die Gasfördermethode Fracking hat den US-Energiemarkt revolutioniert: Massenhaft haben Förderunternehmen in den vergangenen Jahren Wasser und Chemie in den amerikanischen Untergrund gepresst und so die Produktion von Gas und Öl angekurbelt.

Die Preise, insbesondere für Gas, sind wegen des großen Angebots deutlich gesunken - auf bis zu 7,51 Euro pro Megawattstunde (Jahres-Durchschnittspreis 2012), wie die Grafik von Statista zeigt.

Vor zwei Jahren war Gas in Europa daher zeitweise viermal so teuer wie in den USA. Auch deutsche Topmanager drohten, die Produktion auf die andere Seite des Atlantiks zu verlagern.

Seither nähern sich die Preise aber langsam wieder einander an. In den USA ist der Gaspreis während der jüngsten Kältewelle auf bis zu 15 Euround mehr pro Megawattstunde gestiegen. In Europa, wo der Winter mild war, ist er gesunken - Anfang April auf unter 20 Euro pro Kilowattstunde.

In den USA haben viele Förderunternehmen wegen der zeitweise extrem niedrigen Preise die Lust auf Fracking verloren. Deshalb wächst die Produktion nicht mehr so schnell und könnte in einigen Jahren wieder sinken - und die Preise weiter steigen. Europa profitiert hingegen von einem zunehmend liquiden Gas-Weltmarkt. In Zukunft könnte sogar Gas aus den USA in die EU verschifft werden.


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