Wien Energie Österreichs größter Energieversorger braucht Milliarden

Wegen der Strom- und Gaskrise hat Österreichs größter regionaler Energieversorger Wien Energie massive Probleme. Neben unmittelbar erforderlichen 1,75 Milliarden Euro gehe es um einen weiteren Finanzbedarf von sechs Milliarden Euro.
Probleme bei Wien Energie: Österreichs größter Energieversorger braucht Milliarden

Probleme bei Wien Energie: Österreichs größter Energieversorger braucht Milliarden

Foto: LEONHARD FOEGER / REUTERS

Österreichs größter regionaler Energieversorger, die Wien Energie, hat wegen der Strom- und Gaskrise massive Finanzprobleme. Die österreichische Bundesregierung sagte dem Versorger mit mehr als zwei Millionen Kunden am Montag finanzielle Unterstützung zu. Es seien aber noch einige offene Fragen zu klären, teilte das Finanzministerium mit.

Neben unmittelbar erforderlichen 1,75 Milliarden Euro gehe es um einen weiteren Finanzbedarf von sechs Milliarden Euro, so das Ministerium weiter. Die erforderlichen Sicherheitskautionen im Energiehandel seien zuletzt noch einmal explodiert, teilte Wien Energie zur Begründung am Montag mit.

Das Geschehen rund um das Tochterunternehmen der Stadt bringt die von der sozialdemokratischen SPÖ geführte Stadtregierung unter Druck. Die Oppositionsparteien forderten rasche Aufklärung. Andere Energieversorger in Österreich hätten keine solchen Probleme, hieß es.

Kein staatliches Instrument in Österreich

Das Unternehmen dementierte Medienberichte, wonach es zahlungsunfähig sei. "Nein, Wien Energie ist nicht insolvent/pleite", hieß es in einer Stellungnahme auf Twitter am Sonntagabend. Wien Energie und die Wiener Stadtwerke seien solide, wirtschaftlich gesunde Unternehmen mit bester Bonität. Wien Energie verwies darauf, dass Energieversorger in Deutschland vor den gleichen Problemen stünden, aber bereits ein staatliches Instrument nutzten, das es bisher in Österreich nicht gebe.

So hat der in Finanznöte geratene Energiekonzern Uniper mit Hauptsitz in Düsseldorf weitere staatliche Kredite im Umfang von vier Milliarden Euro beantragt. Aus der bestehenden Kreditlinie der KfW habe Uniper am Montag zwei Milliarden Euro in Anspruch genommen, damit sei der Umfang von insgesamt neun Milliarden Euro "vollständig ausgeschöpft", teilte das Unternehmen mit.

mje/ dpa-afpx
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