EnBW-Tochter Milliardenhilfe für Gaskonzern VNG

Nach den Problemen bei den Energieversorgern Uniper und Sefe benötigt nun auch der Gaskonzern VNG staatliche Hilfe. Für das EnBW-Tochterunternehmen ist offenbar eine Milliardensumme im mittleren einstelligen Bereich im Gespräch.
Milliardenhilfen ja, aber keine Verstaatlichung: Gasimporteur VNG

Milliardenhilfen ja, aber keine Verstaatlichung: Gasimporteur VNG

Foto: Jan Woitas / dpa

Der in Schieflage geratene ostdeutsche Gaskonzern VNG soll Insidern zufolge vom Bund mit einer Milliardenhilfe zurück in die Spur gebracht werden. Dabei handle es sich offenbar um einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Vereinbarung mit der Tochter des Karlsruher Energieversorgers EnBW könne demnach noch in dieser Woche unter Dach und Fach gebracht werden. VNG und EnBW wollten sich dazu nicht äußern. Vom Bundeswirtschaftsministerium war zunächst ebenfalls keine Stellungnahme zu erhalten.

Die VNG hatte im September beim Staat einen Antrag auf Stabilisierungshilfe gestellt. Ursprünglich sollte dem Leipziger Unternehmen durch die geplante Gasumlage geholfen werden, die aber von der Bundesregierung wieder zurückgezogen wurde. Laut eigenen Angaben beliefert VNG rund 400 Kunden aus den Bereichen Industrie und Stadtwerke.

Belastung von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2022

Der Importeur VNG ist durch den Gaslieferstopp Russlands in die Bredouille geraten. Das Unternehmen muss nun teuren Ersatz für die ausgefallenen Lieferungen beschaffen. EnBW-Finanzchef Thomas Kusterer hatte kürzlich die daraus entstandenen Belastungen auf 1,2 Milliarden Euro für das gesamte Jahr 2022 beziffert.

Anders als bei den vor der Verstaatlichung stehenden Konkurrenten Uniper und Sefe, der früheren Gazprom Germania, gilt bei der VNG ein Staatseinstieg jedoch als unwahrscheinlich. EnBW-Manager Kusterer hatte bei der Vorstellung der Quartalszahlen am 11. November 2022 gesagt, er gehe nicht davon aus, dass die VNG verstaatlicht werde. Diese Aussage war auch aus Kreisen der Bundesregierung verlautet.

Erst vor einer Woche hatte die Bundesregierung das angeschlagene Gasunternehmen Securing Energy for Europe (Sefe) verstaatlicht. Das Wirtschaftsministerium begründete entsprechende Kapitalmaßnahmen mit einer drohenden Insolvenz der Sefe, die die Versorgungssicherheit in Deutschland gefährden würde.

hr/reuters
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