Entwurf für Umlage Gaskunden drohen hunderte Euro Extrakosten pro Jahr

In der Gaskrise soll kein Gasversorger wegen der gestiegenen Einkaufspreise in die Knie gehen. Ab Oktober sollen daher alle Endkunden für eineinhalb Jahre eine Umlage zahlen. Die genaue Höhe ist noch unklar. Pro Haushalt können es wohl einige hundert Euro sein.
Muss scharf rechnen: Wirtschaftsminister Robert Habeck will einen Teil der massiven Kosten umlegen, unter denen Deutschlands Gasimporteure gerade ächzen

Muss scharf rechnen: Wirtschaftsminister Robert Habeck will einen Teil der massiven Kosten umlegen, unter denen Deutschlands Gasimporteure gerade ächzen

Foto: CLEMENS BILAN / EPA

Die von der Bundesregierung geplante Umlage für alles Gaskunden soll ab Oktober greifen. Die Umlage könnte zwischen 1,5 bis fünf Cent pro Kilowattstunde betragen, heißt es in dem Entwurf einer Verordnung, der mehreren Nachrichtenagenturen am Donnerstag vorlag. Die genaue Höhe der Umlage sei wegen der schwankenden Gaspreise aber noch unklar. Eine erste Berechnung solle im August veröffentlicht werden.

Man wisse nicht genau, wie hoch die Gasbeschaffungskosten im November und Dezember seien, erklärte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, 52). "Aber die bittere Nachricht ist: Es sind sicherlich einige hundert Euro pro Haushalt." Bundeskanzler Olaf Scholz (64) hatte von jährlich bis zu 300 Euro für einen vierköpfigen Haushalt zusätzlich zu den ohnehin steigenden Tarifen gesprochen. Es könnten bei extrem steigenden Importpreisen aber auch bis zu 1000 Euro sein.

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Das Vergleichsportal Check24 hat bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden und zwei Cent Umlage Mehrkosten von 476 Euro vorgerechnet. Darin ist die Mehrwertsteuer enthalten. Bei einer Umlage in Höhe von 5 Cent liegt man dagegen schon bei 1000 Euro pro Haushalt. Die Umlage soll eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024, gelten. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

Gasimporteure dürfen 90 Prozent ihrer Extrakosten weitergeben

Grund für die Einführung der Umlage sind die reduzierten Gaslieferungen aus Russland. Importeure wie Uniper müssen diese ausgefallenen Lieferungen nun kurzfristig und teuer am Markt zukaufen. Wegen der bestehenden Verträge mit den Kunden dürfen sie sie aber bisher nicht weitergeben.

Das hat vor allem Deutschlands größten Gasimporteur, Uniper, in Existenznöte gebracht. Der Staat hat deswegen ein milliardenschweres Hilfspaket geschnürt und steigt mit 30 Prozent dort ein. Dies kann allerdings nicht auf Dauer die täglich auflaufenden Verluste absichern. Daher kommt - wie von Scholz bereits angekündigt - die Umlage.

Den Plänen zufolge können die Importeure über die Umlage 90 Prozent ihrer Extrakosten an die Kunden weitergeben - und zwar mit einem gleichen Betrag pro Kilowattstunde für jeden unabhängig davon, wo er seinen Vertrag geschlossen hat. In einem dritten Schritt ist auch eine Entlastung bedürftiger Haushalte etwa über eine Wohngeldreform geplant. Viele können den Anstieg der Preise und die Umlage nicht mehr stemmen. Insgesamt wird grob mit einer Verdreifachung der Gaskosten gegenüber 2021 gerechnet.

mg/Reuters, dpa-afx
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