Mittwoch, 8. April 2020

Nach Zerschlagung von Innogy Eon will Erneuerbare Energien so schnell wie möglich an RWE abgeben

Eon-Chef Johannes Teyssen: Deutscher Energiemarkt neu aufgeteilt

Eon bekommt die Stromnetze, RWE die erneuerbaren Energien: Seine eigene Sparte für erneuerbare Energien hat der Stromkonzern Eon bereits an den Konkurrenten RWE abgegeben. Nun will Eon auch die Ökostromerzeugung seiner Neuerwerbung Innogy "so schnell wie möglich im kommenden Jahr" an RWE übertragen. Das teilte der Essener Energiekonzern am Dienstag mit. Die Erneuerbaren von Eon gingen bereits zum 1. Oktober an RWE über. Dieser Schritt gehört zur Neuaufteilung der Geschäftsfelder, die Eon und der langjährige Konkurrent RWE vereinbart hatten.

Insgesamt hatte Eon zuletzt weltweit rund 9000 Megawatt an Erneuerbare-Energien-Projekten im Betrieb oder im Bau, teilweise mit Partnern. Davon sind den Angaben zufolge 6800 Megawatt, deren Eigentümer Eon war, an RWE übergegangen. Von Eon zu RWE wechselten mehr als 1600 Mitarbeiter.

Innogy wird aufgeteilt: Eon behält das Netzgeschäft, Öko-Strom geht an RWE

Die beiden Energieriesen Eon und RWE haben die RWE-Tochter Innogy unter sich aufgeteilt. Eon behält das Netz- und das Endkundengeschäft und reicht die eigenen Erneuerbaren und die von Innogy an RWE weiter. Die Wettbewerbshüter der EU hatten den Deal mit einem Gesamtwert von mehr als 40 Milliarden Euro vor kurzem genehmigt und damit grünes Licht für die Neuordnung des deutschen Energiemarktes gegeben. RWE treibt damit den Wandel vom Kohleverstromer zum Anbieter erneuerbarer Energien voran - an der Börse kam die Neuorientierung gut an, die Aktie von RWE zählt zu den drei größten Gewinnern im Dax in diesem Jahr.

Eon bleibe den erneuerbaren Energien aber weiter eng verbunden, betonte Vorstandschef Johannes Teyssen. "Mehr als 90 Prozent der neu errichteten Wind- und Solarkraftwerke in unseren Regionen schließen wir durch unsere Netze an das Energiesystem an." An die Eon-Netze in mehreren europäischen Ländern sind rund 50 Millionen Kunden angeschlossen.

la/dpa-afx

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