Samstag, 14. Dezember 2019

Kurz nach Strom-Übernahme Eon greift bei britischem Innogy-Geschäft durch

Die bisherige Innogy-Zentrale in Essen

Der Energiekonzern Eon greift nach der Übernahme des Konkurrenten Innogy im schwächelnden britischen Vertriebsgeschäft durch. Der Konzern habe für Restrukturierungen einen Aufwand von 500 Millionen britischen Pfund einkalkuliert, wodurch das kombinierte Geschäft auf der Insel ab 2022 schwarze Zahlen schreiben soll, teilte Eon am Donnerstag mit. Das Ergebnis (Ebit) solle dort von da an mindestens bei 100 Millionen Pfund liegen.

Unter anderem sollen die Privat- und kleinen Gewerbekunden der britischen Innogy-Tochter Npower künftig über die IT-Plattform von Eon UK betreut werden. In der IT-Infrastruktur und dem Kundendienst werde gespart.

Nach der Übernahme der früheren RWE-Tochter Innogy steigen die Schulden des Stromversorgers Eon Börsen-Chart zeigen. Diese Entwicklung sei auf die Erstkonsolidierung zurückzuführen, teilte der Konzern in Essen am Freitag mit, und gleiche sich wieder aus, sobald der Teil der erneuerbaren Energien an RWE abgegeben werde. Der Nettoschuldenstand stieg im Vergleich zum Vorjahr von 23 auf 39,6 Milliarden Euro.

Die Integration von Innogy laufe nach Plan. "Nur wenige Wochen nach der Übernahme haben wir bereits sichtbare Fortschritte bei der Integration erzielt", teilte Eon-Chef Johannes Teyssen mit. Eon verspricht den Aktionären Synergien von 600 bis 800 Millionen Euro bis 2022.


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Im Zuge der Übernahme erhöht Eon auch seine Jahresprognose und erwartet nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss soll jetzt auf 1,45 bis 1,65 Milliarden Euro steigen - etwas mehr als bisher angekündigt. Das bereinigte Ebit lag in den ersten neun Monaten bei 2,2 Milliarden Euro, der Umsatz bei 23,6 Milliarden Euro.

Ein Vergleich zum Vorjahr ist schwierig, weil die Zahlen vom Vorjahr nach der Innogy-Übernahme nicht angepasst wurden. Laut Finanzvorstand Marc Spieker gewinnt Eon im Vertriebsgeschäft aber mehr an Ergebnis hinzu, als zugleich in der Stromproduktion an RWE Börsen-Chart zeigen abgegeben wird.

ak/reuters/dpa-afx

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