Dienstag, 20. August 2019

Britisches Geschäft belastet Eon halbiert Gewinn

Sinkende Erträge im Kunden- sowie im Netzgeschäft haben das Ergebnis des Energieversorgers Eon im ersten Quartal belastet. Der Nettogewinn hat sich gar mehr als halbiert. Probleme bereitet Eon vor allem Großbritannien. Hier gerät der Konzern wegen der neuen Preisobergrenzen erheblich unter Druck.

Nach der RWE-Tochter Innogy wird nun auch für den Energiekonzern Eon Börsen-Chart zeigen das britische Vertriebsgeschäft immer mehr zum Bremsklotz. Das Kundengeschäft auf der Insel sei wegen dort eingeführter Preisobergrenzen erheblich unter Druck, teilte der Dax-Konzern am Montag mit. Mit Folgen: Der operative Gewinn sei in Großbritannien im ersten Quartal um rund 90 Millionen Euro auf 59 Millionen Euro in den Keller gerauscht.

Insgesamt ging der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 8 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück. Analysten hatte mit 1,17 Milliarden Euro gerechnet. Während der Energieriese im Ökostromgeschäft zulegen konnte, verringerten sich die Ergebnisse auch im Netzgeschäft.

Eon gewinnt Deutschland mehr als 100.000 Kunden

Der Konzernüberschuss wurde mit 393 Millionen mehr als halbiert. So wirkten sich eine höhere Steuerquote sowie Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Innogy negativ aus. Bereinigt sank der Nettogewinn um 11 Prozent auf 650 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg um 5 Prozent auf 9,16 Milliarden Euro.

Eon bestätigte dennoch die Prognose und erwartet auch weiterhin im zweiten Halbjahr die Freigabe des Innogy-Deals. Damit bekommt der Konzern im britischen Vertriebsgeschäft weitere Probleme hinzu. Innogy kämpft dort seit Jahren mit Verlusten. Der Markt ist hart umkämpft und Eingriffe der Regierung sind keine Seltenheit.


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Innogy leidet allerdings auch unter hausgemachten Problemen wie Abrechnungsschwierigkeiten und einem über lange Zeit anhaltenden Kundenschwund. Eon hat angekündigte, eine solche Entwicklung nicht auf Dauer hinzunehmen. Innogy selbst prüft für sein britisches Vertriebsgeschäft inzwischen alle Optionen, nachdem Ende 2018 auch ein geplantes Joint Venture mit dem Konkurrenten SSE gescheitert war.

"Abgesehen vom Sonderfall Großbritannien haben wir im Kerngeschäft eine solide Entwicklung gezeigt", betonte Finanzchef Marc Spieker. In Deutschland habe Eon seit Jahresbeginn mehr als 100.000 Kunden hinzugewonnen. Es bleibe daher auch bei den Prognosen für 2019, wonach etwa das bereinigte Ebit 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro betragen soll und die Dividende 46 Cent pro Aktie.

rei/Reuters/dpa

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